Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FREILICHTSPIEL: Tell will eine Oper von Wagner

Eine Begegnung der Gegensätze: Im Musiktheater «Tell trifft Wagner» holt der Freiheitsheld den berühmten Komponisten per Armbrust vom Sockel.
Simon Bordier
Musikalisch heldenhaftes Zusammentreffen: Andrea Zogg als Tell (rechts) und Albrecht Hirche als Wagner im Stück «Tell trifft Wagner». (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Musikalisch heldenhaftes Zusammentreffen: Andrea Zogg als Tell (rechts) und Albrecht Hirche als Wagner im Stück «Tell trifft Wagner». (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Wagner trifft nicht jedermanns Geschmack. Aber wer erwartet schon, dass ein Komponist mit so hohen künstlerischen Ansprüchen allen gefallen muss? Vielleicht der Nationalheld der Musterdemokratie Europas, Wilhelm Tell. Die Veranstalter des Seelisberg-Rütli-Festivals versprachen zumindest, «die Götter Wagner und Tell von ihrem Sockel zu holen». Das ist ihnen am Mittwoch mit der Premiere von «Tell trifft Wagner» auch halb gelungen.

Andrea Zogg als Tell bei Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner", am Samstag, 27. Juli 2013, hoch über dem Urnersee auf dem Waldweidli in Seelisberg. (Bild: Keystone)
Albrecht Hirche als Richard Wagner, links, und Katka Kurze als Cosima Wagner, rechts, bei Proben für das Freilichtspiel. (Bild: Keystone)
Albrecht Hirche als Richard Wagner bei Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner". (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Der Chor und das Orchester bei Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner". (Bild: Keystone)
Fabienne Hadorn als Tochter von Tell, links, Andrea Zogg als Tell, Mitte, und Albrecht Hirche als Richard Wagner, rechts, bei Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner". (Bild: Keystone)
Fabienne Hadorn als Undine, unten, und Albrecht Hirche als Richard Wagner, oben (Bild: Keystone)
Katja Kurze als Cosima Wagner, links, und Albrecht Hirche als Richard Wagner, rechts (Bild: Keystone)
Albrecht Hirche als Richard Wagner bei Proben fuer das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner". (Bild: Keystone)
Hoch über dem Urnersee auf dem Waldweidli in Seelisberg fanden am Samstag, 27. Juli die Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner" statt. (Bild: Keystone)
Fabienne Hadorn als König Ludwig (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Andrea Zogg als Tell, links, und Albrecht Hirche als Richard Wagner, rechts. (Bild: Keystone)
Albrecht Hirche als Richard Wagner, rechts, und Katka Kurze als Cosima Wagner, links, bei den Proben. (Bild: Keystone)
Andrea Zogg als Tell (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
OK-Präsident Karl Huser, rechts, spricht neben Regisseurin Meret Matter, links, und Andrea Zogg als Tell, Mitte, bei Proben für das Freilichtspiel "Tell trifft Wagner". (Bild: Keystone)
Der Chor und das Orchester, rechts, und die Bühne, links (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Politologe Iwan Rickenbacher und der Urner Landrat Oswald Ziegler bei der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Schauspieler Walter Andreas Müller an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Altbundesrätin Ruth Metzler-Arnold (links) und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Wagner-Darsteller Albrecht Hirche (links) und der Seelisberger Gemeindepräsident Karl Huser an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Der Schwyzer Ständerat Peter Föhn (links) und der künstlerische Leiter Beat Toniolo an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Der deutsche Botschafter in der Schweiz, Peter Gottwald (rechts), und der künstlerische Leiter Beat Toniolo an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Der Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Der Nidwaldner Regierungsrat Res Schmid an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
Schauspieler Walter Andreas Müller (links) und Fotograf Armin Graessl an der Premiere des Freilichtspiels «Tell trifft Wagner» in Seelisberg. (Bild: Bruno Arnold / Neue UZ)
30 Bilder

Freilichtspiel «Tell trifft Wagner»

Vor einer idyllischen Bergkulisse wurde das Stück auf der Waldweidli-Wiese am Seelisberg uraufgeführt, wobei nur einer mit der Armbrust vom Sockel geholt werden musste, nämlich Wagner vom bodenständigen Tell.

Obwohl die Begegnung der beiden völlig fiktiv ist, verbindet sie der Ort. Der deutsche Opernkomponist weilte von 1866 bis 1872 zusammen mit seiner Geliebten Cosima in Luzern und unternahm von da aus auch Ausflüge nach Seelisberg. Für dramatischen Stoff sorgen Wagners damalige Probleme mit «Siegfried». 1869 erwartete Cosima bereits das dritte Kind von ihm, obwohl die Scheidung vom Ehemann Hans von Bülow immer noch nicht vollzogen war.

Gut besetzt

Grandios spielt Albrecht Hirche den duseligen Komponisten, der sich lieber im weichen Morgenmantel ins Zimmer verkriecht, anstatt die Probleme anzupacken. Die verzweifelte Cosima jagt dem Träumer mit der Peitsche hinterher, immer den weiten barocken Rock mit sich her schleppend, den sie auch nach der Geburt Siegfrieds nicht ablegt. Die ausgezeichnete Katka Kurze kann aber in dieser Rolle den Komponisten trotzdem zu nichts bewegen. Der wird nur durch die Schüsse aus der «hohlen Gasse» aufgeschreckt. Mit treffsicheren und sprudelnden Versen aus der Feder des Basler Autors Guy Krneta verlangt Tell, dass Wagner ihm über Nacht ein Heldenstück vollende, von dem bisher nur Fragmente überliefert seien.

Tells Forderung setzt mit einem Streich das Drama in Gang und den Bogen zur Musik. Der Westschweizer Komponist und Dirigent Betrand Roulet begleitet mit einem Laienchor und einem mit Hochschulabsolventen bestückten Orchester das Geschehen auf der Bühne.

Einige Längen

Zahlreiche Wagner-Stücke mit Schweizer Bezügen dienen mal als abwechslungsreiche Vor- oder Zwischenspiele, mal zur dramatischen Untermalung der Handlung. Dazwischen findet sich auch eine Eigenkomposition Roulets. Der musikalische Part enthält wohl selbst für Wagner’sche Begriffe ein paar Längen. Auch Tell scheint nicht warten zu können, bis es endlich losgeht, und legt im Orchester selber Hand an.

Der Regisseurin Meret Matter gelingt es immer wieder, die Grenzen der Bühne zu erweitern und so die eindrückliche Naturkulisse mit einzubeziehen, während Andrea Zogg als schalkhafter Tell das Publikum direkt abholen kann. Ein Coup gelingt den Librettisten Krneta und Ursula Haas mit der wandelnden Rolle der Undine, in der Fabienne Hadorn aufblüht. Sie verkörpert als Wassernymphe die Naturkräfte des Orts und erscheint immer wieder als dienende Begleiterin des «Musikergottes»: zuerst in der Figur des bayerischen Königs Ludwig II., dann in der Rolle der verklärten Geliebten Mathilde Wesendonck und nicht zuletzt als – Heidi. Dank Tell findet der Stubenhocker Wagner den Bezug zur unberührten Natur und damit zu neuer Inspiration für sein Werk.

Hinweis

Weitere Aufführungen: Heute, 20 Uhr; Sa, 3. 8., So, 4. 8., Do, 8. 8., Fr, 9. 8., Sa, 10. 8., So, 11. 8., Do, 15. 8., Fr, 16. 8., Sa, 17. 8., und So, 18. 8., jeweils 20 Uhr, sonntags 15 Uhr. VV: www. seelisberg-ruetli-festival.ch

Weitere Bilder zur Inszenierung finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bilder

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.