Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Freude am Krach und an schönen Harmonien

Ado spielen seit 25 Jahren alternative Rock- und Spacemusik. Neuerdings bringen sie Elektronik ins Spiel. Dieses Jahr haben sie jeden Monat einen neuen Track und einen Videoclip veröffentlicht.
Pirmin Bossart
Hat sich immer wieder neu erfunden:Ado (Bild PD)

Hat sich immer wieder neu erfunden:Ado (Bild PD)

Wenn vor 20 Jahren eine Band ­irgendwo im Halbdunkel der Boa mit Avant-Pop experimentierte, im Industriekeller psychedelisch schlingerte oder an einer Marinemuseum-Vernissage den passenden Soundteppich legte, dürfte es sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um ado gehandelt haben. Sicher dann, wenn es jedes Mal überraschend anders und abgefahren klang.

Seit 25 Jahren hat sich dieses Trio immer wieder neu erfunden. «Wir probieren aus und schauen, was passiert» (Felix Schärer). Diese Devise setzen sie seit Jahren konsequent und erfrischend um. Sie gilt ganz besonders für die jüngste Phase des Trios, in der die Musiker über neues Spielzeug verfügen. Vor drei Jahren kaufte Gitarrist Felix Schärer einen ­Synthesizer, Bassist Rene Bucher wechselte auf Analog- und Effektgeräte und Schlagzeuger Sämi Hofmann auf Drum Pads. «Nach einer langen Zeit mit ­Gitarre, Bass und Schlagzeug suchten wir neue Wege.»

Elektronik und deutsche Texte

Das neue und vierte Album «popADOlic» versammelt zwölf Songs, die dieses Jahr fortlaufend jeden Monat zusammen mit einem Clip auf dem Internet ­veröffentlicht wurden. Ein schönes Geburtstagsgeschenk mit 25 abenteuerlich flackernden Kerzen auf der Musiktorte. Die ­visuellen Geschichten stammen von Zoé Bucher und René Bucher, einen (früheren) Clip hat Karim Patwa gemacht. Am erstaunlichsten: Trotz elektro­nischem Equipment klingt die Musik irgendwie unverkennbar nach jenen ado, die sie immer schon waren, aber nicht sein konnten, weil sie sich schon wieder verwandelt hatten.

Die neuen Tracks haben ausgeprägter eine Pop-Qualität. Bei allen experimentierfreudigen Tonlagen sind ado melodischer, aber nicht harmlos geworden. Ihre Pop-Songs weisen genug abenteuerliche Ecken und Kanten auf, dass sie nicht im öffentlichen Radio gespielt werden. Auch die deutschen Texte sind ein Novum. Sie integrieren sich so verschlurft und mühelos in die struppig-strömende ado-Musik wie die Elektronik: Es gibt weder durchlaufende Beats, noch Loops, noch eingespeiste Samples vom Laptop. Das ist pures Live-Spiel mit analoger Elektronik und einer gelegentlichen Gitarre.

Alle Sessions aufgenommen

Die Band wurde 1993 von René Bucher, Felix Schärer und dem Holländer Joe Stefano gegründet. Seit gut zehn Jahren ist am Schlagzeug Sämi Hofmann ­(Moped Lads) dabei. Einige Jahre wurden ado durch Oli Zwimpfer an den Tasten erweitert. Die ­Musik entwickelte sich von ­Anfang an aus langen Jams und Improvisationen. Alles wurde konsequent aufgenommen. Aus einzelnen Themen oder Teilen konnten Songs entstehen. Bucher: «Wir sind keine professionellen Musiker, wir haben Freude am Krach und an schönen Harmonien.» Schärer: «Wir nehmen uns nicht so ernst, trotzdem sind wir selbstkritisch.» Und ja: «Es darf auch dilettantisch sein.»

Aus dem punkigen «Alles ist erlaubt» ist inzwischen eine klarer strukturierte Musik geworden. Paradoxerweise ist sie nicht technoider geworden, sondern auf eine elektronisch-romantische Weise organisch und unberechenbar geblieben. Und oft tanzbar. Weiterhin schillern die Einflüsse von Psychedelic Rock, Wave und vor allem Krautrock durch – «Shake» könnte fast ein verschollener Can Track sein. Für die Band ist klar: «Wir wollen nicht zu nett sein. Unsere Musik darf die Leute verunsichern.»

Ado: popADOlic, https://adomu sic2.bandcamp.com/album/popa dolic

Release-Party, Sa 24. November, 21.00, Neubad-Keller Luzern

Am Konzert werden ado von den Gastmusikern Tobi Joi, Nadia Maurizi und Michael Mathis unterstützt.

www.adomania.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.