Furioses Finale mit Märchenoper:
Das Lucerne Festival geht mit
"La Cenerentola" zu Ende

Zum Abschluss des Sommerfestivals wurde im KKL-Konzertsaal Gioachino Rossinis "La Cenerentola" aufgeführt - mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle. Um den Star herum ein erstklassiges Ensemble. 

Stefan Degen
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Cecilia Bartoli freut sich über den Applaus, der ihr entgegenbrandet. (Bild Peter Fischli / Lucerne Festival, 16. September 2018)

Cecilia Bartoli freut sich über den Applaus, der ihr entgegenbrandet. (Bild Peter Fischli / Lucerne Festival, 16. September 2018)

Kaum zu glauben, dass Rossinis Oper, «La Cenerentola» («Aschenputtel»), noch nie am Lucerne Festival aufgeführt wurde. Der Märchenstoff des 1817 uraufgeführten Dramma giocoso in zwei Akten passte heuer bestens zum Motto «Kindheit». Angekündigt war im KKL eine halbszenische Aufführung. Claudia Blersch überraschte mit einer Regiearbeit, die manche szenische Aufführung im Theater in den Schatten stellt. Geschickt kommt sie mit sechs Stühlen, einem Tischchen und wenigen Requisiten aus, um die Aktion auf der Bühne in Gang zu halten. Klug einbezogen ist die Lichtregie (nicht nur in der Gewitterszene).

Les Musiciens du Prince – Monaco spielten gestern Sonntag unter dem Dirigat von Gianluca Capuano auf historischen Instrumenten, inspiriert und mit schlankem Klang. Präsent auch der Männerchor der Opéra de Monte-Carlo. Schirmherrin des 2016 gegründeten Orchesters ist die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli (52). Um sie herum versammelt die Produktion alles erstklassige Sänger. Die Bartoli in der Titelrolle der Angelina ist schlicht phänomenal. Sie bietet zarte Lyrismen, viel Spielwitz, köstliche Mimik und dazu Koloraturkaskaden vom Feinsten. Nach ihrer Schlussarie «Non più mesta» erhebt sich das Publikum zu Standing Ovations.

Starke Ensembleleistung und viel Komik

Nicht nur der Star brillierte bei dieser dreistündigen Aufführung, alle Solisten überzeugten in ihren fordernden Rollen: der Bassbariton Carlos Chausson (als umwerfender Don Magnifico), der Bariton Alessandro Corbelli (als gewiefter Dandini), Edgardo Rocha (mit weich geführtem, höhensicheren Tenor als Don Ramiro), José Coca Loza (Alidoro) und als die beiden zankenden Stiefschwestern Martina Janková (Clorinda) und Rosa Bove (Tisbe). Zum Abschluss des Sommerfestivals ein veritables Opernvergnügen von der ersten bis zur letzten Note.

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