Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

GÄSTIVAL: Gästival sagt Vorstellung mit «Canaille du Jour» ab

Der zweite Termin der Carte-blanche-Produktion mit «Canaille du Jour» fällt ins Wasser. Die Firma, die die ganze Vorstellung gebucht hat, will ein anderes Programm.
Max Christian Graeff mit «Canaille du Jour et les Maisonettes» letze Woche in Luzern. (Bild: Manuela Jans)

Max Christian Graeff mit «Canaille du Jour et les Maisonettes» letze Woche in Luzern. (Bild: Manuela Jans)

Arno Renggli

Fünf der von den jeweiligen kantonalen Kulturkommissionen mitfinanzierten Produktionen sollten an den fünf Gästival-Standorten je einmal aufgeführt werden: Dieses Konzept als eines der kulturellen Prunkstücke des Gästivals geht immer weniger auf. Schon die erste Vorstellung in Luzern hatte sich als geschlossener Firmenanlass entpuppt, und die erste Show der Luzerner Produktion mit «Canaille du Jour» wurde zum Debakel, als das zu mehr als der Hälfte von Sponsoren und Firmen gestellte Publikum grösstenteils davonlief (wir berichteten).

Auch die zweite Vorstellung dieser Produktion am kommenden Dienstag in Stansstad wurde bereits komplett an eine Firma vergeben. Doch diese will nun nicht mehr «Canaille du Jour» vorgesetzt bekommen, die Gruppe um Max Christian Graeff ist ausgeladen worden.

«Fehler gemacht»

Stefan Ragaz, Medienchef beim Gästival, bestätigt: «Wir sind zusammen mit der Firma, welche die Vorstellung gebucht hat, übereingekommen, dass sich das Programm nicht unbedingt für diese geschlossene Vorstellung eignet. Dies auch nach den Erfahrungen und Reaktionen in Luzern.» Der Kunde suche nun selber ein Ersatzprogramm, man werde bei Bedarf dabei helfen.

Ragaz räumt auch ein, dass im Vorfeld des Gästivals Fehler gemacht worden sind in der Koordination des öffentlichen Ticketverkaufs mit der Vergabe von ganzen Vorstellungen an Sponsoren­firmen. «Zum einen wäre es besser gewesen, nicht einzelne Vorstellungen exklusiv zu vergeben, sondern alle Aufführungen auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zum anderen haben wir wohl zu wenig berücksichtigt, dass sich diese Produktionen wegen ihres teils experimentellen Charakters nicht unbedingt für ein Sponsorenpublikum eignen.»

Publikum wird neu vorbereitet

Man habe nun korrigierende Massnahmen eingeleitet. Zum einen soll die abgesagte Vorstellung mit «Canaille du Jour» nachgeholt werden, wobei dies wohl nur noch an einem der nächsten Seerosen-Standorte möglich sein wird. «Zum anderen werden wir bei allen weiteren Vorstellungen die Produktionen jeweils anmoderieren, um die Toleranz des Publikums für einen vielleicht ungewohnten Inhalt zu erhöhen.»

«Canaille du Jour» übrigens wären bereit gewesen, in der geschlossenen Vorstellung aufzutreten. Über Facebook bedauerten sie, dass «der Festivalsponsor und Käufer des gesamten Abends kein Risiko mit der Carte blanche des Kantons Luzern eingehen möchte». Man freue sich nun auf einen Zusatzauftritt an einem anderen Datum vor einem «freien und angstfreien Publikum».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.