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Tango-Oper nach Astor Piazzolla in Bregenz

Mit der Tango-Oper «María de Buenos Aires» von Astor Piazzolla setzt Bregenz einen eigenen Akzent. Sie spielt musikalisch mit ganz unterschiedlichen Stilen und lebt stark von Christiane Boesigers Ausstrahlung und Stimme.
Rolf App
Mal traurig, mal rebellisch: Christiane Boesiger als María. (Bild: Bregenzer Festspiele)

Mal traurig, mal rebellisch: Christiane Boesiger als María. (Bild: Bregenzer Festspiele)

Als er schon 33 Jahre alt ist und ein bekannter Tangospieler, gewinnt Astor Piazzolla 1954 ein Stipendium für einen Kompositionskurs bei Nadia Boulanger. Er reist von Argentinien nach Paris und präsentiert der berühmten Lehrerin sein Werke – Stücke, in denen Einflüsse von Ravel, Strawinsky, Bartók und Hindemith spürbar waren. Sie vermisst eine eigene Handschrift und bittet ihn, am Klavier einen Tango zu spielen. Und erklärt ihm danach, dies sei der echte Piazzolla. Der aber hat sich geschämt, ihr zu gestehen, dass er Tangomusiker ist. «Tangomusiker war ein schmutziges Wort in meiner Jugend. Es war die Unterwelt.»

Das Leben einer Unglücklichen

Aus dieser Unterwelt steigt María herauf, Hauptfigur einer Tango-Oper, die Piazzolla 1968 auf ­einen Text des Dichters Horacio Ferrer komponiert, und die am Samstagabend an den Bregenzer Festspielen in der Konzeption von Olivier Tambosi Premiere ­gehabt hat. Die Aufführung in der Werkstattbühne gehört zu jenen kleineren Veranstaltungen, die neben der grossen Oper auf der Seebühne besondere Akzente setzen. «María de Buenos Aires» erzählt von einer Toten, die eines Tages wieder heraufsteigt und in dieser abstossend-schönen Stadt mit ihren abstossend-schönen Menschen herumgeht. María, «geboren an einem Tag, an dem Gott betrunken war», hat in ihrem Leben nicht viel Glück gehabt, und so besucht sie denn die Schattenräume der Stadt.

Musikalisch spannt Piazzolla einen weiten Bogen. Vom Jazz, den er in der Jugend in New York kennen gelernt hat, über die klassische Musik bis zum argentinischen Tango. Plötzlich erklingt eine Fuge, dann ein Walzer, dann eine Toccata. Und alles passt wunderbar ineinander.

Mal ist María traurig, mal rebelliert sie

Was vor allem ein Verdienst der Künstler ist, die sich auf der kleinen Bühne versammelt haben. Auf der einen Seite ist es das Ensemble Folksmilch: Christian Bakanic am Akkordeon, Klemens Bittmann an Violine und Mandola, Eddie Luis am Kontrabass, der dann und wann mitsingt. Auf der andern Seite aber ist es María, die Frau mit Hut, Ledermantel und feuerrotem Kleid. Christiane Boesiger verkörpert sie souverän, mal ist ihre Stimme traurig, mal rebelliert sie. Der Rhythmus des Tango zieht sich als roter Faden durch. Ein Ausdruck jener Sehnsucht, die Astor Piazzolla bei ­seinem Vater kennen gelernt hat, der sich in New York jeden Abend Tangoplatten angehört und manchmal geweint hat. Da hatte der Sohn noch eher Bach im Kopf.

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