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GEBURTSTAG DER WOCHE: Harald Schmidt – Immer hart an der Grenze

Der deutsche Talkmaster Harald Schmidt hat mit seiner polarisierenden Art das moderne Fernsehen mitgeprägt. Am Freitag, 18. August, wird «Dirty Harry» 60.
Harald Schmidt auf einem Archivbild aus dem Jahr 2015. (Bild: Manuela Jans)

Harald Schmidt auf einem Archivbild aus dem Jahr 2015. (Bild: Manuela Jans)

«Nur hier herein.» Dies war der einzige Satz, den Harald Schmidt 1981 bei seiner ersten Bühnenrolle sagen durfte. Es war eine Aufführung von «Nathan der Weise» in Augsburg, Schmidt spielte einen muslimischen Soldaten. Nicht gerade viel Text für einen Mann, der später mit seinem Mundwerk auffallen sollte. Am Freitag feiert er seinen 60. Geburtstag.

Doch es war weder Theater noch Kino (beidem frönte er bis in jüngste Zeit), sondern das Fernsehen, das ihn berühmt machte. Erfahrungen sammelte er ab 1988 in «MAZ ab!», 1990 folgte «Schmidteinander» mit Herbert Feuerstein, was ihm Kultstatus eintrug. Zwischen 1992 und 1995 moderierte er als Nachfolger von Kurt und Paola Felix «Verstehen Sie Spass» – es war ein Flop. Dem klassischen Hauptabendpublikum war er zu frech und schräg. Worauf er ab 1995 in der «Harald Schmidt Show» seine Berufung fand – als Late-Night-Showmaster. Und so wurde er zu «Dirty Harry» in Anlehnung an die Filmfigur von Clint Eastwood. Diesen Spitznamen hatte er selber in Umlauf gebracht, und er passte. Denn seine Inhalte waren oft innovativ, aber nicht selten jenseits des guten Geschmacks. Was auch immer wieder juristische Folgen hatte, etwa, als er mit fiesen Beiträgen die Homosexualität von TV-Moderatorin Bettina Böttinger publik machte.

Schmidts Glanzzeit endete Anfang der Nullerjahre, diverse Comebacks waren mässig erfolgreich. Derzeit widmet er sich vermehrt seinem Engagement etwa für Menschenrechte. Mit Sicherheit aber hat er das moderne Fernsehen mitgeprägt, samt der Diskussion darüber, wie weit Satire gehen darf.

Arno Renggli
kultur@luzernerzeitung.ch 

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