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GEBURTSTAG DER WOCHE: Ry Cooder – Ein «Gitarrengott», der alle Sparten prägt

Quer durch die Genres lässt Ry Cooder seine Finger über die Saiten gleiten, quer durch die Welt führte ihn sein musikalisches Können. Am 15. März feiert er den 70. Geburtstag.
Ry Cooder spielte etwa für Wim Wenders oder für «Buena Vista Social Club». (Bild: Keystone)

Ry Cooder spielte etwa für Wim Wenders oder für «Buena Vista Social Club». (Bild: Keystone)

Vier Jahre war Ryland Peter Cooder alt, als ihm ein Geiger Anfang der 1950er-Jahre seine erste Gitarre schenkte. «Ich glaube, er wusste, dass ich Musik mochte und dass ich gut darin sein würde», erinnerte sich Cooder im 2012 erschienenen Buch «The American Spring».

Von den vielen «Okies», die aus Oklahoma nach Westen bis Kalifornien strömten, beeindruckte den jungen Cooder vor allem einer: Woody Guthrie, der die amerikanische Seele mit Folk- und Blues-Takten in Noten und Liedtexte goss, die bis heute nachwirken. Der Radiosender KXLA aus Pasadena lieferte den Sound von Cooders Jugend, das Plattenlabel Folkways Records die Musik von Pete Seeger. Während die USA unter Senator ­Joseph McCarthy über die Gefahren des Kommunismus stritten, zupfte Cooder immer schneller und immer besser an der Gitarre, dem Banjo und der Mandoline.

Mit den Stones, Eric Clapton und Randy Newman

Ob als Solokünstler, Komponist von Filmmusik oder in Jam-­Sessions: Ry Cooder wuchs seit Beginn seiner Profikarriere mit 16 Jahren zu einem der vielseitigsten Gitarristen des Landes her­an. Mit Taj Mahal spielte er eine Mischung aus Blues und Country. Er zierte als technisch hervorragender Slide-Gitarrist bald Stücke der Rolling Stones sowie von Van Morrison, Eric Clapton und Randy Newman.

Genregrenzen schien der Musiker kaum zu kennen, als seine Finger zu Rock ’n’ Roll, Blues, Reggae, Jazz, Country, R & B, Gospel, Calypso oder gar hawaiianischer und Tex-Mex-Musik über die Saiten glitten. Zwischen der Filmmusik zu Wim Wenders Film «Paris, Texas» (1984), seinem Soloalbum «Get Rhythm» (1987) und dem Erfolgsalbum «Buena Vista Social Club» (1997), das einer Gruppe kubanischer Musiker zu internationalem Ruhm verhalf, lagen Welten. Und doch verband Cooder jedes Werk mit seiner eigenen Handschrift.

Längst hat die Musikwelt ihn in den Olymp der ganz Grossen aufgenommen, die Recording Academy listet ihn in ihrer Hall of Fame. Sowohl «Talking Timbuktu» mit Ali Farka Touré aus Mali als auch die romantischen Klänge mit den Kuba-Stars auf dem Album «Buena Vista Social Club» brachten Cooder einen Grammy ein. Trotz des Hypes um dieses Album beklagte er sich: «Die Kommerzidee ist verschwunden.» CDs verkauften sich nicht mehr, vielleicht müsse er all seine Musik einfach an eine Internetseite spenden.

Die Liebe zu greifbaren Alben, zu Schallplatten im heimischen Regal dürfte Cooder auch mit 70 Jahren nicht verloren haben. Sie seien «Grundpfeiler und Bausteine des Gefühlslebens», sagte er. Platten repräsentierten eine «verdichtete, erhöhte Version von Klang», beschrieb er die im Vinyl festgehaltene Musik. «Es ist Magie!»

Johannes Schmitt-Tegge (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

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