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GEBURTSTAG DER WOCHE: Zwei Silben machten Harry Belafonte zum Weltstar

Mit zwei lang gezogenen Silben wurde Belafonte einst zum Weltstar: «Daaaay-Ooo» singt er zum Auftakt des Calypso-Hits «Banana Boat Song», längst ein Ohrwurm-Klassiker. Mehr als 100 Millionen Platten mit Songs wie «Island In The Sun», «Matilda» und «Jump In The Line» verkaufte Belafonte.
Christina Horsten (dpa)
Harry Belafonte: «Schwarze Kunst war immer verschlüsselt.» (Bild: Keystone (6. Dezember 2014))

Harry Belafonte: «Schwarze Kunst war immer verschlüsselt.» (Bild: Keystone (6. Dezember 2014))

Das grösste Geburtstagsgeschenk kommt von seiner Heimatstadt New York: Gleich eine ganze Bibliothek wird künftig Harry Belafontes Namen tragen, natürlich in Harlem, wo er am Mittwoch vor 90 Jahren geboren wurde. Grammy, Oscar und viele andere Preise hat Belafonte schon, aber die Bibliothek in Harlem ist eine ganz besondere Ehre.

Wunschrolle «erster schwarzer Hamlet»

Er spielte in mehr als 40 Filmen mit und engagierte sich immer auch politisch. An der Seite von Martin Luther King jr. kämpfte er für schwarze Bürgerrechte in den USA, mit Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika und als Unicef-Botschafter für Kinder auf Haiti und im Sudan.

Seine Biografie ist die Geschichte Amerikas im 20. Jahrhundert. 1927 wird Belafonte im Schwarzenviertel Harlem geboren, verbringt aber einen grossen Teil seiner Jugend in der jamaikanischen Heimat seiner Mutter. Im Zweiten Weltkrieg dient er in der US Navy und besucht dann in New York die legendäre Schauspielschule des emigrierten deutschen Regisseurs Erwin Piscator mit Kollegen wie Tony Curtis und Marlon Brando. Gerne wäre er der «erste schwarze Hamlet» geworden, wie er einmal sagte. Stattdessen wurde es Hollywood mit Filmen wie «Bright Road» (1953) und Otto Premingers «Carmen Jones» (1954).

Die Musik kam dazu, und Belafonte, Sohn eines Schiffskochs aus Martinique und einer Hilfsarbeiterin aus Jamaika, wurde zum «Calypso-King». Hinter der heiteren Ferienmusik steckt ein Aufschrei gegen Sklaverei. «So haben meine Vorfahren eben ihren Protest verpackt. Schwarze Kunst war immer verschlüsselt», sagt Belafonte.

Abseits der Musik verschlüsselt er seine Kritik nicht – ob an Präsidenten wie George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump oder an seinen Musikkollegen, denen er vorwarf, sich nicht mehr um ihre «gesellschaftlichen Pflichten» zu kümmern.

Der Strahlemann hat auch seine dunklen Seiten

In seiner Autobiografie «My Song» sprach Belafonte auch von dunklen Seiten, von seiner Spielsucht und Untreue etwa. Zwei Ehen zerbrachen, in dritter Ehe ist der Vater von vier Kindern seit 2008 mit der Fotografin Pamela Frank verheiratet.

Nun sei er an einem Punkt im Leben angelangt, an dem er auf alles noch einmal zurückblicke, sagte Belafonte jüngst der «New York Times». «Als ich 20 oder 30 war, dachte ich, alles auf der Welt sei möglich. Jetzt wache ich mit 90 auf, schaue mich um und sage: Was brauchen wir jetzt? Wir brauchen dieselben Dinge wie zuvor. Die Bewegung stirbt nicht, weil der Kampf nicht stirbt.»

Christina Horsten (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

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