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GEBURTSTAG: Paul Maar ist von Beruf Geschichtenzauberer

Paul Maar erfand in den 1970ern das Sams; das Rüsselwesen mit den blauen Wunschpunkten hängt seither an ihm. Wie Kinder spielt Maar gern mit der Sprache. Heute wird der Autor und Illustrator 80 Jahre alt.
Die von Paul Maar erfundenen Sams.

Die von Paul Maar erfundenen Sams.

So viele Jahre und kein bisschen leise! Von dem feisten Kerlchen, halb Kind, halb Schwein, mit Rüsselnase und blauen Punkten im Gesicht, darf man das ungeniert sagen. Denn gerade die laute Direktheit, mit der sich das Sams einen Reim macht auf die Welt und ihre wohlanständigen Bürger, bringt Kinder und vorlesende Erwachsene seit über vierzig Jahren verlässlich zum Lachen. So manchem schüchternen Leisetreter mag es keck den Rücken gestärkt haben. Da ist es kein Wunder, dass es für Paul Maar nicht bei einem Sams-Band blieb.

Ein Kriegskind hungert nach Geschichten

Bis heute schreiben Kinder dem 1937 in Schweinfurt geborenen Autor, Illustrator und Übersetzer und bitten ihn um weitere Geschichten. Bis heute hat er immer wieder nachgegeben, schon weil es in der Geschichte um die Fähigkeit geht, «genau zu wünschen», und um den Mut, selbst aktiv an der Erfüllung seiner Wünsche mitzuwirken. Rechtzeitig zu Maars rundem Geburtstag am heutigen 13. Dezember ist also ein neues Buch erschienen: «Das Sams feiert Weihnachten». Frohes Fest! Dabei ist das Wesen, das eines Samstags ins Leben des braven Büroangestellten Herr Taschenbier purzelt (nach einer Woche mit Sonne am Sonntag, Besuch von Herrn Mon, Dienst am Dienstag, mit Gewitter am Donnerstag und einem unverhofft freien Freitag), nur eines von unzähligen lustigen Geschöpfen aus der Ideenwerkstatt des in Bamberg lebenden Kinder- und Jugendbuchautors.

Er zeichnet, schreibt Stücke, Drehbücher und Gedichte; er erhielt dafür zahlreiche wichtige Auszeichnungen: darunter den Brüder-Grimm-Preis, den Österreichischen Staatspreis und den Deutschen Jugendliteraturpreis für sein Gesamtwerk.

Begabt mit Sensibilität und Fantasie, schmückte Maar schon als Kind gern das Erlebte beim Erzählen aus: Das war der Grundstein für ein Leben als Geschichtenzauberer. Zu Hause stiess er zunächst auf wenig Verständnis. Geboren kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, wuchs er als Halbwaise beim Vater auf, einem Stukkateur – in einem Haus ohne ein einziges Buch. «Wenn er sah, dass ich lese, meinte er: Du hast wohl nichts zu tun. Für ihn war körperliche Arbeit das A und O.» Paul aber brauchte Geschichten; er deckte sich in der Bibliothek des Schweinfurter Amerikahauses mit Lektüre ein und kam über den Umweg der Bildenden Kunst zum eigenen Schreiben.

Maar studierte an der Stuttgarter Kunsthochschule Malerei und Kunstgeschichte; in seinem ersten Kinderbuch, «Der tätowierte Hund», erschienen 1968, verband er seine beiden Talente, das Zeichnen und das Erzählen. Hinzu kam die Liebe zum Spiel mit der Sprache. Er dreht gerne Silben um, reimt und bringt dabei Ernst und Heiteres zusammen – ob als Schöpfer von Spassge- dichten, von Limericks, Drudeln und Rätseln in Versen oder im Alltag, spontan am Frühstückstisch.

Nahe am Humor und am Empfinden von Kindern

Das hat ihn jung gehalten und offen für die Fragen, die Kinder in den besten Jahren beschäftigen. Maar weiss zudem, was sie zum Kichern bringt. «Ich scheine mir meinen kindlichen Humor bewahrt zu haben und muss über dieselben Dinge lachen wie Kinder», sagte er unlängst in einem Interview. Mehr als fünfzig Bücher hat er geschrieben, darunter realistische Romane wie «Anne will kein Zwilling sein» oder «Kartoffelkäferzeiten». Geliebt wird Paul Maar aber vor allem für seine Situationskomik. Die Sams-Filme, von Ulrich Limmer produziert, haben ihn noch bekannter gemacht. Dabei dichtet er lieber still im Kämmerlein, zum Beispiel so: «GELOGEN Was du hier liest, / ist kein Gedicht, / ist endlos lang / und reimt sich nicht.»

Bettina Kugler

Paul Maar. (Bild: DPA)

Paul Maar. (Bild: DPA)

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