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GEBURTSTAG: Piaf ist ein lebendiges Wahrzeichen für Paris

Edith Piafs Lieder sind Hymnen an die Liebe. Am Samstag wäre sie 100 Jahre alt geworden. Nach den Attentaten verkörpert sie mehr denn je den Geist von Paris.
Edith Piaf wurde nur 48 Jahre alt. (Bild: Keystone)

Edith Piaf wurde nur 48 Jahre alt. (Bild: Keystone)

sda. In Hunderten Texten besingt Edith Piaf das Leben in seinen schönsten und schmerzlichsten Facetten. Doch die Chansons und Balladen des «Spatzes von Paris» sind mehr als nur weltweit bekannte Melodien. Ihre Lieder haben Symbolcharakter.

Nur von einer Gitarre begleitet sang Madonna kürzlich in Stockholm auf ihrem Konzert «La vie en rose» und gedachte damit der Opfer der Terroranschläge in Paris. Céline Dion interpretierte in Los Angeles ihre Liebeshymne «L’hymne a l’amour» – ebenfalls als Hommage an die 130 Toten der Attentate.

Gewalt und Alkoholismus

Lieder, mit denen man neben der Nationalhymne Marseillaise nach dem Terrordrama seine Solidarität mit Frankreich weltweit bekundet hat. Edith Piaf ist zu einem Symbol geworden, vor allem für die französische Hauptstadt. Sie stehe für Paris wie ein lebendiges Pariser Wahrzeichen, sagt Joël Huthwohl, der die Ausstellung «Non, je ne regrette rien» in der Pariser Nationalbibliothek im Frühjahr dieses Jahres kuratiert hat.

Auch Robert Belleret gehört zu den Piaf-Spezialisten. Er hat 2013 unter dem Titel «Un mythe français» eine der umfassendsten Biografien über die Sängerin herausgegeben. Darin hat er eine Piaf beschrieben, die das freie Leben repräsentiert. So wie auch Jens Rosteck in «Hymne an das Leben». Für den deutschen Buchautor war die «Môme de Paris», die Göre von Paris, eine Frau, die sich leidenschaftlich dem Leben und der Liebe hingab.

Tabus und Konventionen gab es für «le piaf» nicht, den Spatz, so die umgangssprachliche Bedeutung des Wortes. Denn das Leben hat die Sängerin nicht mit seidenen Handschuhen angefasst. Im damaligen Pariser Armenviertel Belleville geboren, wurde sie im Alter von zwei Jahren von ihrer Mutter, einer Kaffeehaus-Sängerin, verlassen.

Ihr Vater, ein Akrobat und Schlangenmensch, brachte die Kleine bei seiner Mutter, einer Bordellbesitzerin, unter. Nur vier Jahre nach ihrer Geburt erkrankte Piaf an einer Entzündung der Augenhornhaut und wurde blind. Die anschliessende Heilung schrieb die nur 1,47 Meter grosse Französin später einer Wallfahrt zur heiligen Therese zu.

Gewalt und Alkoholismus prägten das Leben der Piaf. Ihr Vater, der sie als Strassensängerin schulte, trank und schlug sie. Und auch sie verfiel zunehmend dem Alkohol. Wie die Piaf in ihren Memoiren «Mein Leben» kurz vor ihrem Tod im Alter von nur 48 Jahren schrieb, bekam sie von ihrer Grossmutter allmorgendlich zum Trinken eine Rotweinflasche und etwas Wasser zum Verdünnen.

Männer und Morphium

Krisen und Liebeskummer versuchte sie im Rausch zu vergessen. Und es gab viel Anlass dazu in ihrem Leben. Ihr Lebensgefährte Marcel Cerdan kam im Oktober 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ihr einziges Kind, das sie als 17-Jährige zur Welt brachte, starb mit zwei Jahren an Hirnhautentzündung.

Die Piaf liebte die Männer. Ihre zahlreichen Affären waren ein Fressen für die Boulevardpresse. Auch die mit dem 18 Jahre jüngeren Chansonsänger Geor­ges Moustaki, mit dem sie einen schweren Autounfall hatte. Sie brach sich einen Arm und mehrere Rippen.

Gegen die Schmerzen bekam sie Morphium, von dem sie bis zu ihrem Tod abhängig blieb. Für seine Geliebte schrieb Moustaki die Musik zu «Milord» – einem ihrer berühmtesten Chansons.

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