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GEBURTSTAG: Yoko Ono ist so viel mehr als Lennons Witwe

Viele Menschen kennen Yoko Ono nur in Zusammenhang mit Beatles-Sänger John Lennon. Dabei gab es für Ono ein Leben davor und seit 38 Jahren ein Leben danach. Morgen wird die erfolgreiche Künstlerin 85.
Die Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono in einer Aufnahme von 2009. (Bild: Andrea Merola/EPA)

Die Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono in einer Aufnahme von 2009. (Bild: Andrea Merola/EPA)

Yoko Ono polarisiert – und das, obwohl sie doch eigentlich immer nur das fordert, was eigentlich niemand öffentlich ablehnen kann: Weltfrieden. Aber Ono war mit John Lennon zusammen, rund ein Dutzend Jahre, seit seiner Ermordung 1980 ist sie dessen Witwe. Trotzdem hassen manche Beatles-Fans die zierliche Frau mit den schwarzen Haaren bis heute und werfen ihr vor, die Band auseinandergebracht zu haben. Die Künstlerin lässt sich davon nicht beirren. Erst kürzlich zeigte sie sich beim «Women’s March» in New York mit «Imagine Peace»-Schild wieder auf Mission. Yoko Ono ist und bleibt eine willensstarke Avantgarde-Künstlerin, «historisch bedeutend, bahnbrechend und einflussreich», wie der Leiter des New Yorker Museums MoMA PS1, Klaus Biesenbach, es formuliert.

Seit dem Tod Lennons 1980 verteidigt Ono seinen Nachlass, macht weiter Kunst, kämpft unermüdlich für den Frieden – und stöhnt auch im gehobenen Alter bei Konzerten animalische Laute ins Mikrofon. «John ist immer mit dabei», sagte Ono einmal der Deutschen Presse-Agentur. «Wir hatten ein besonderes Verhältnis, eine Art Absprache, nach der wir zusammengearbeitet haben. Und ich habe das Gefühl, auch heute arbeiten wir noch zusammen.»

Onos Kunst ist rund um die Welt zu sehen. Für 2018 sind Ausstellungen mit ihren Werken unter anderem in Kanada, Island, den USA, Südafrika und Aachen ­angekündigt. Yoko Ono steckt meist voller Energie, auch wenn immer wieder Meldungen über Spitalaufenthalte und nachlassende Gesundheit ihre Fans beunruhigen.

Schon vor Lennon war Ono als Konzeptkünstlerin der Fluxus-Bewegung bekannt, hatte zweimal geheiratet und war Mutter einer Tochter. 1933 in Tokio in eine reiche Familie hineinge­boren, musste sie sich gegen die traditionellen Vorstellungen ihrer Eltern wehren.

1971 entführt ihr zweiter Mann die minderjährige Tochter Kyoko. «Es war, als ob jemand einen Teil meines Körpers weggerissen hätte.» Mutter und Tochter sehen sich erst über zwei Dekaden später wieder. Inzwischen ist Kyoko selbst Mutter und Ono stolze Grossmutter.

Göttin der Liebe

Ende der Sechzigerjahre kam es in einer Londoner Galerie zu der Begegnung, die Onos Leben und ihr Bild in der Öffentlichkeit für immer verändern sollte: John Lennon stand vor ihr, und die Künstlerin verdrehte dem Bea­tles-Sänger so mächtig den Pilzkopf, dass er und seine «Muse» oder «Göttin der Liebe», wie er sie nannte, fortan unzertrennlich waren.

Das Paar heiratete 1969. Die Welt durfte am Liebesglück und an den pazifistischen Happenings teilhaben: Die Flitterwochen verbrachten sie beim «Bed-in» im Hotelzimmer vor Journalisten –als Statement gegen Krieg. «Make love, not war!» wurde Botschaft und Hymne der beiden. «In gewisser Weise ruinierten John und ich mit unserer Beziehung unsere Karrieren», sagt Ono heute.

Christina Horsten (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

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