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Benedikt von Peter: Wechselt er ans Theater Basel?

2021 läuft der Vertrag des Luzerner Theaters mit dem Intendanten Benedikt von Peter aus. Derzeit wird viel darüber spekuliert, ob der beliebte Intendant am Theater Basel seinen Erfolgskurs fortsetzen könnte. Vom Profil würde er passen.
Julia Stephan
Denkt Benedikt von Peter über den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nach? (Bild: Manuela Jans- Koch (Luzern, 2. September 2016))

Denkt Benedikt von Peter über den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nach? (Bild: Manuela Jans- Koch (Luzern, 2. September 2016))


Ein volles Haus, verzauberte Kritiker und Zuschauer sowie ein potenter Sponsor für die neue Saison: Man mag sich ein Luzerner Theater ohne Benedikt von Peter kaum mehr vorstellen. Der Intendant hat seit der Spielzeit 2016/17 das Haus an der Reuss mit seinem Raumtheater rundum erneuert. Schweizweit schaut man plötzlich wieder gerne nach Luzern. Man interessiert sich dafür, was hier für künstlerische Duftmarken gesetzt werden.

Aller Begeisterung zum Trotz: Unbestritten ist, dass der Fünfjahresvertrag mit dem beliebten Intendanten 2021 auslaufen wird. Eine Erneuerung ist alleine schon wegen von Peters toller Reputation keineswegs gesichert. Weil Theaterhäuser als schwerfällige Betriebe einer weiten Vorausplanung bedürfen, die bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen, wird sich von Peter bereits diesen Sommer notgedrungen die Frage stellen müssen: Verlängere ich oder werde ich mir eine neue Herausforderung suchen?

Folgt von Peter auf Andreas Beck in Basel?

Nun bringt die «Nordwestschweiz» in einem Artikel den Luzerner Intendanten als möglichen Nachfolger von Andreas Beck ins Spiel. Beck, derzeit am Theater Basel, wird 2019 das Residenztheater München übernehmen. Eine neue Leitung für das grösste Dreispartenhaus der Schweiz wird für die Spielzeit 2020/21 gesucht.

Eigentlich wollte man in Basel noch vor den Sommerferien den Nachfolger Becks kommunizieren. Doch nun gab der Verwaltungsrat in Basel bekannt, man wolle bis nach der Sommerpause mit der Personalie zuwarten. Man befände sich aber «auf gutem Weg».

Von Peter, der wie die Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters, Birgit Aufterbeck Sieber, für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen war, hat erst kürzlich in einem Interview mit der LZ«offizielle Anfragen» anderer Theaterhäuser verneint. Auf die Frage, ob er einen Wechsel grundsätzlich in Betracht zöge, antwortete er: «Ich werde mich im Sommer damit auseinandersetzen müssen, davor habe ich es mir verboten».

Ein Karrieresprung zur richtigen Zeit

Auch wenn die zeitliche Nähe der Entscheidungsfindungen dem Zufall geschuldet sein können: Das grösste Mehrspartenhaus der Schweiz wäre für den 41-jährigen Benedikt von Peter ein Karrieresprung zur richtigen Zeit. Das Theater Basel geniesst neben dem Schauspielhaus Zürich im deutschsprachigen Raum einen ausgezeichneten Ruf. Die Basler Inszenierungen werden regelmässig ausgezeichnet und ans Berliner Theatertreffen eingeladen.

Eine andere Kandidatin wie die Zürcher Schauspielhausdirektorin Barbara Frey hat Vertragsverhandlungen dementiert. Freys Nachfolge in Zürich wird ab der Spielzeit 2019/20 Benedikt von Peters langjähriger künstlerischer Gefährte Benjamin von Blomberg – in Co-Leitung mit Nicolas Stemann.

Viel Erfahrung im spartenübergreifenden Arbeiten

Dass von Blomberg seinen Arbeitsschwerpunkt in die Schweiz verlagert, könnte für von Peter mit ein Grund sein, in Basel sesshaft zu werden. Synergien auf der Achse Zürich-Basel wären so vorprogrammiert. Dass der Luzerner Intedant ursprünglich als Leiter des politisch gescheiterten Musiktheaterhauses Salle Modulable vorgesehen war, könnte seine Entscheidungsfindung noch zusätzlich erleichtern, wenngleich die Zukunft des Theatergebäudes in Luzern zur Zeit ebenfalls noch völlig offen ist und sich auch hier für von Peter Mitgestaltungsspielraum auftun könnte.

Das schlagendste Argument für Basel ist jedoch von Peters Begeisterung und seine Expertise im spartenübergreifenden Arbeiten. Wie in Luzern ständen ihm auch in Basel Oper, Schauspiel und Ballett zur Verfügung.

Blickt man auf die Landkarte weiterer möglicher Arbeitsstellen wäre auch die Komische Oper Berlin, in der von Peter mehrmals inszeniert hat, ein möglicher Arbeitgeber. Dort ist inzwischen auch Nicole Chevalier, die Sängerin aus von Peters «Traviata»-Erfolgsinszenierung, fest engagiert. Der Intendantenposten würde hier ab 2022 frei.

Vielleicht entscheidet sich von Peter aber letztendlich doch für Luzern und den Erfolg, dessen Grundstein er hier gelegt hat. Die Anfragen aus der Region, liess er kürzlich verlauten, ob er denn bleibe, reissen nicht ab.

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