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Lesetipps Thriller: So schreibt man einen Bestseller

Der neue Roman der Kanadierin Shari Lapena zeigt beispielhaft, wie man Leute zum Buchkauf bewegt. Der Spannungsbogen hält bis zum Schluss.
Arno Renggli

Klassischer Pageturner

Die Kanadierin Shari Lapena hat bereits 2017 mit «The Couple Next Door» einen Hit gelandet. Ihr neuer Thriller ist ein Lehrstück, wie man Leute zum Buchkauf bewegt: Er hat einen griffigen Titel (gemäss heutigem Trend auch in der deutschen Ausgabe englisch gehalten) und einen blitzartigen Start mit einer Grundidee, die man schon via Buchrückseite versteht. Und welche die brennende Frage aufwirft: Was ist da eigentlich geschehen?

Hier geht es um eine Ehefrau, die sich nach einem Autounfall nicht mehr erinnert, warum sie damals aus dem Haus gerannt und mit dem Auto umhergerast ist. Und was sie mit der Leiche zu tun haben könnte, die in der Nähe des Unfallorts aufgetaucht ist.

Das ergibt einen klassischen Pageturner, wo man alle 10 bis 20 Seiten ein neues Puzzleteil kriegt. Dazwischen passiert nicht allzu viel. Die Figuren halten innere Monologe oder tauschen bekannte Informationen aus, was für viel Repetition sorgt. Aber der Spannungsbogen funktioniert, die Beziehungen der Figuren, etwa zwischen der Protagonistin und ihrem Mann, sind recht interessant, und die finale Pointe sitzt.

Shari Lapena: A Stranger In The House. Lübbe, 332 S., Fr. 20.–

Vielleicht erwarten wir einfach zu viel

Der 63-jährige Dennis Lehane ist der Autor von so erfolgreichen und verfilmten Thrillern wie «Mystic River» oder «Shutter Island». Also erwartet man viel vom neuen Buch, das auf Deutsch unter dem etwas abgedroschenen Titel «Der Abgrund in dir» erscheint. Zu viel?

Rachel hat eine schwierige Kindheit erlebt und erleidet auch beruflich Schiffbruch, als sie als TV-Reporterin vor laufender Kamera angesichts der Erdbebenkatastrophe in Haiti zusammenbricht. Da tritt ein attraktiver fürsorglicher Mann in ihr Leben. Die beiden heiraten, alles scheint gut.

Das dem nicht so ist, erfährt man als Leser auf der ersten Seite: Rachel erschiesst ihren Mann, der Rest ist grösstenteils als Rückblende erzählt. Rahel realisiert, dass ihre vermeintliche Liebesbeziehung Teil einer grossen betrügerischen Intrige ist. Wie Lehane diese aufzieht und auflöst, ist etwas überkonstruiert und wenig plausibel. Überzeugend ist dafür der psychologische Hintergrund der Protagonistin – inklusive ihrer Kindheit, ihrer Erlebnisse auf Haiti oder der Suche nach ihrem Vater, den sie nie gekannt hat.

Dennis Lehane: Der Abgrund in dir. Diogenes, 526 S., Fr. 34.–

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