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Kinofilm über Drillinge: Gibt’s noch mehr von uns?

Aus der Sicht seiner Protagonisten erzählt «Three Identical Strangers» von der sensationellen ­Wiedervereinigung von Drillingen. Und stellt Fragen zu Identität – und Ethik.
Regina Grüter
Sie mögen Alkohol und Marlboros, Frauen und Autos: die jungen wilden Drillinge. (Bild: Praesens-Film)

Sie mögen Alkohol und Marlboros, Frauen und Autos: die jungen wilden Drillinge. (Bild: Praesens-Film)

Ein Dokumentarfilm, spannend wie ein Krimi, konnte man allenthalben über «Three Identical Strangers» lesen. Man kommt zum selben Schluss.

Wir schreiben das Jahr 1980, und Robert, genannt Bobby, setzt kaum einen ersten, ängstlichen Fuss ins Sullivan County Community College in Upstate New York, als ihn schon die ersten Eddy rufen. Einer kennt Eddy und fährt mit Bobby dahin. Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Die Zeitungen berichten mit Foto über die späte Wiedervereinigung der Zwillinge, worauf sich in den beiden ein dritter wiedererkennt: David. Die drei sind in sozial verschieden gestellten Adoptivfamilien aufgewachsen.

Drei ganz normale ­amerikanische Jungs

Der britische Filmemacher Tim Wardle verknüpft in seinem Debüt im Jetzt geführte Interviews mit Archivmaterial und historischer Recherche zum Fall der Triplets, der damals in den US-amerikanischen Medien grosse Wellen schlug. Eddy, Bobby und David sind Gast in jeder Fernsehtalkshow und zelebrieren ihre vordergründigen Gemeinsamkeiten vor einem einfach zufriedenzustellenden Publikum. Und man kann schon jetzt mutmassen, was ist den Genen geschuldet, was der Sozialisation?

Der Film nun begeistert die Zuschauer seit seiner Premiere am Sundance Film Festival im letzten Januar, weil er auch die Geschichte von drei «all American boys» erzählt. Drei Jungs, die sich im Alter von 19 Jahren kennen lernen und erst mal gehörig auf den Putz hauen. Sie ziehen gemeinsam um die Häuser von New York City – und freuen sich einfach, sich gefunden zu haben. Bis es ernst wird im Film, dauert es ein Weilchen.

Die Spannung von «Three Identical Strangers» liegt zum grössten Teil darin begründet, wann und wie Informationen preisgegeben werden. Der Zuschauer durchläuft dieselben Stadien von Freude wie einst die Drillinge – und Schock: 1995 stösst der amerikanische Journalist und Pulitzer-Preisträger Lawrence Wright auf einen Artikel über eine Zwillingsstudie, der ihn stutzig macht. Dass auch die Filmemacher bis zum Schluss nicht im Besitz aller Informationen sind, lädt zu gewissen Zuspitzungen ein. Aber, auch der starken Identifikation mit den Protagonisten zum Trotz, man erfährt die Erzählung insgesamt als ziemlich ausgewogen.

Und eben, wir wollen nicht spoilern, deshalb hört dieser Text hier auf.

«Three Identical Strangers» läuft ab Donnerstag 20. Juni, im Stattkino Luzern.

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