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Junge Philharmonie: Glanzvolle Premiere in doppelter Hinsicht

Die Junge Philharmonie Zentralschweiz, das Orchester der Musikhochschule Luzern, bot im KKL unter Clemens Heil ein herausragendes Benefizkonzert. Es vermittelte einen neuen Zugang zur traditionellen Klassik.
Fritz Schaub
Clemens Heil, Musikdirektor des Luzerner Theaters, dirigierte die Junge Philharmonie Zentralschweiz. (Bild: PD)

Clemens Heil, Musikdirektor des Luzerner Theaters, dirigierte die Junge Philharmonie Zentralschweiz. (Bild: PD)

Anlass für das Benefizkonzert der Jungen Philharmonie Zentralschweiz im KKL am Freitagabend gab das 60-Jahr-Jubiläum der Rheumaliga Schweiz. Es sollte der Höhepunkt des Jubiläumsjahres werden, mit dem sich die Vereinigung bei ihren vielen Gönnern und Partnern bedanken wollte. Wer befürchtet hatte, das Konzert würde nur Umrahmung für den Festakt sein, für dessen Moderation man die längst schweizweit bekannte Schauspielerin Heidi Maria Glössner aufgeboten hatte, sah sich angenehm überrascht. Die Musik stand dominant im Mittelpunkt.

Dabei gab es eine doppelte Premiere. Erstmals trat die Junge Philharmonie Zentralschweiz seit ihrer Gründung 1987 durch Thüring Bräm im Auftrag einer aussermusikalischen Institution auf. Und erstmals spielte sie unter der Leitung von Clemens Heil, seines Zeichens Musikdirektor des Luzerner Theaters.

Befürchtung entkräftet

Als bekannt wurde, ab dem Studienjahr 2019/2020 werde Clemens Heil als Lehrbeauftragter im Hauptfach Orchester-Dirigieren am Institut für Klassik und Kirchenmusik der Hochschule Luzern unterrichten, befürchtete man, der aus Bremen stammende und seit 2016 am Luzerner Theater erfolgreich tätige Dirigent könnte vom Theater an die Hochschule wechseln.

«Das eine hat mit dem andern nichts zu tun, ich werde meine vertragliche Verpflichtung beim Theater wie bisher erfüllen», stellte Heil klar. «Ich verspreche mir dabei eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Theater und der Hochschule, wie sie ja auch schon mit dem Luzerner Sinfonieorchester besteht. Ich lege dabei Wert darauf, dass die angehenden Dirigenten den Theaterbetrieb kennen lernen.»

Das Orchester bestens im Griff

Kannte man bisher Clemens Heil von seiner Tätigkeit im Orchestergraben, in dem er demnächst die Premiere einer weiteren grossen Oper leiten wird, «Roméo et Juliette» von Charles Gounod, erlebte man ihn nun erstmals auf dem Konzertpodium. Zuerst traten zwölf Blechbläser allein auf und verwandelten Jean Nouvels Konzertsaal mindestens akustisch in die Basilica San Marco in Venedig, indem sie sich in drei getrennten Gruppen zu je vier Bläsern auf dem Podium und der Orgelempore verteilten und Giovanni Gabrielis «Canzon spetimi octavi toni» (1597) zum prachtvollen Raumklang verhalfen.

Schon beim Orchester-Tutti, welches das Doppelkonzert a-Moll für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms einleitet, hatte Heil das 60-köpfige Ensemble, in dem das weibliche Geschlecht auffallend dominierte, voll im Griff. Dabei liess er den beiden jungen, bereits mehrfach bewährten Solistinnen Luci Koci (Violine) und Jana Telgenbüscher (Violoncello) Raum zur Entfaltung. Anfänglich noch zögernd, traten die beiden immer stärker aus sich heraus, wobei sich der lichte, zarte und silbrige Geigenton mit dem wunderbar geschmeidigen und sonoren Klang des Cellos verband. Dem Werk haftet bis heute der Ruf der Sprödheit an, doch in der bestechend präzisen und engagierten Darstellung durch das Orchester drängten musikalische Qualitäten den Eindruck der Sprödigkeit weitgehend in den Hintergrund.

Gleichberechtigt mit der 5. Sinfonie

Schon nach dem ersten Satz brach das Auditorium in Beifall aus. Dazu erhielt es in der sechsten Sinfonie «Pastorale» von Beethoven zunächst keine Gelegenheit, denn Clemens Heil zog vom zweiten Satz an bis ins Finale (mit allen Wiederholungen!) durch und machte nicht nur damit die vorwärtsdrängende Kraft erlebbar. So hob er die vermeintlich beschauliche Sinfonie nicht prononciert von der dramatischen «Fünften» Beethovens ab, sondern stellte sie ihr gleichberechtigt zur Seite. Das Orchester bestach erneut durch Präzision, Intonationsreinheit, rhythmischen Elan und glänzende Holz- und Blechbläser-Soli. Und verdiente sich den stürmischen Applaus.

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