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Grösser, rarer, berühmter als die Olma

Die Unesco hat zwei Schweizer Traditionsevents in ihre Liste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen. Nicht darunter ist die Olma.
Julia Nehmiz

St.Gallen im Zeichen der Olma. Die Ostschweiz im Zeichen der Olma. Alle scheinen nur noch ein Ziel zu kennen: Olma. Doch drumherum herrscht Oktoberfestseligkeit. Das Original ist zwar vorbei, die grossen Bierzelte auf der Münchner Theresienwiese abgebaut, der letzte Rausch längst ausgenüchtert. Die vielen Oktoberfest-Ableger stört das nicht. Nicht nur in China, Kanada oder Brasilien festen sie nach Münchner Vorbild. Sogar in der Ostschweiz: Frauenfeld, Buchs, Gais, Amriswil, Mauren, in der Appenzeller Bahn, in Herisau, Gossau, St. Gallen – überall Oktoberfest-Ableger. Aber nirgends eine Olma-Kopie.

Gut, das Oktoberfest gibt es seit 1810, die Olma erst seit 1943. Das Oktoberfest hat 78'200'000 Google-Einträge. Die Olma kommt immerhin auf 36'900'000. Liegt es am Namen? Oktoberfest, klar, ein Fest im Oktober. Unter Olma kann man sich wenig vorstellen. Oder liegt es an zu wenig Tradition? Die Unesco hat zwei Schweizer Traditionsevents in ihre Liste der immateriellen Kulturgüter aufgenommen: das Waadtländer Fête des Vignerons und die Basler Fasnacht. Die Olma hat es nicht mal auf die Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz geschafft. Immerhin ist das Waadtländer Weinfest nur Gast an der Ostschweizer Messe und hat sich damit quasi selbst exportiert.

Vielleicht muss die Olma grösser werden, damit sie Nachahmer findet. Das Münchner Original dauert drei Wochen und zieht über sechs Millionen Besucher an. Oder sich rarer machen. Das Fête des Vignerons, Unesco-geadelt, findet nur ungefähr alle 25 Jahre statt.

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