Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Günstig denken gelernt

Hansruedi Kugler
unknown

unknown

Es gibt wohl keine kostengünstigere Art, das Denken zu lernen. In meinem Fall mit den Bändchen «Was ist Aufklärung?» und dem Schopenhauer-best-of «Welt und Mensch». Darin geht es nicht um komplizierte philosophische Fachdiskussionen, sondern um die schlichte Frage, ob man mit gutem Grund die Welt optimistisch sehen dürfe oder ob der Pessimismus das Leben realis­tischer zeige. Der Aufklärer Immanuel Kant forderte Selbstdenken und schränkte dieses gleich ein: Seid in Beruf und Staat gehorsam, aber veröffentlicht in eurer Freizeit vernünf­tige Gedanken! Ihm schwebte Pressefreiheit als Plattform für Gelehrte vor. Kant war kein Revolutionär. Er vertraute darauf, dass kluge Texte allmählich zuerst die Menschen und letztlich die Politik verbessern. Tönt sympathisch friedliebend. Wie aber verhält man sich in einer Diktatur? Und was bedeutet überhaupt «Vernunft»?

Optimismus kann man leicht als naiv verspotten. Der Pessimist Arthur Schopenhauer sah den Menschen als stupides, egoistisches Wesen: «Zweck unseres Daseins ist die Erkenntnis, dass wir besser nicht da wären.» Die Erfahrung zeige: «Jeder Genuss ist ein halber, jede Erleichterung neue Beschwerde.» Wie kann man Optimist sein, ohne naiv zu werden? Schafft man es, den eigenen Pessimismus auszuhalten, ohne Zyniker zu werden? Darüber nachzudenken bleibt eine lebenslange Aufgabe. Die kleinen Gelben bieten erschwingliche Inspiration.

Hansruedi Kugler

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.