Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

GUITAR FESTIVAL: Intimität und ein wunderbarer Klang

Die klassische Gitarre ist im Konzertbetrieb untervertreten. Die Schönheit und Vielfalt ihres Repertoires macht während fünf Tagen das Guitar Festival in Luzern bewusst.
Pirmin Bossart
Die Gitarristen Raoul Morat und Elise Tricoteaux im Neubad. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 4. Mai 2018))

Die Gitarristen Raoul Morat und Elise Tricoteaux im Neubad. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 4. Mai 2018))

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

Die Gitarre ist an den Musikschulen nach dem Klavier immer noch das meistgewählte Instrument. In der elektrisch verstärkten Variante hat sie die Populärmusik revolutioniert. Die akustische Gitarre ist stark im Blues, im Folk und im Country verwurzelt. Auch in der traditionellen Volksmusik vieler Kulturen spielen die Gitarre oder verwandte Saiteninstrumente eine dominante Rolle.

Relativ wenig bekannt ist die Welt jener akustischen Gitarre, die ausschliesslich mit Nylonsaiten bespannt ist: die klassische Gitarre. Das Repertoire für sie entstand erst um 1800. Eine nächste Hochphase kam mit dem spanischen Gitarristen Andrés Segovia, der die klassische Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts entscheidend beeinflusste. Seit den 1990er-Jahren hat sich die klassische Gitarrenmusik eher wieder in eine Nische zurückgezogen. An Klassikfestivals ist sie spärlich zu hören, um nicht zu sagen krass untervertreten.

Das hat die drei klassischen Gitarristen Raoul Morat, Elise Tricoteaux und Brendan Walsh vor zehn Jahren motiviert, die Reihe «Lucerne Guitar Concerts» zu starten. «Wir wollten eine Bresche schlagen für die klassische Gitarre und sie in all ihrer Vielfalt einem breiteren Publikum zu Gehör bringen.» Das habe mit der Zeit recht gut funktioniert, sagt Morat. Nun folgt ein Guitar Festival. «Zum zehnjährigen Bestehen wollten wir etwas Besonderes machen, um der klassischen Gitarre noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen», freut sich Elise Tricoteaux.

Klassische Gitarristen sind eine besondere Spezies. Meistens wissen aussenstehende Leute kaum, was diese Musiker genau machen. Raoul Morat schmunzelt, wenn er an die drei üblichen Fragen denkt, die er in der Regel zu hören bekommt: Singst du auch? Spielst du in einer Band? Kannst du davon leben? Nichts dergleichen, ist man versucht zu sagen, können klassische Gitarristen bieten. Aber sie bieten musikalisch tiefe Erlebnisse, wie man sie sich oft nicht mehr gewohnt ist.

Das (unverstärkte) Instrument erfordert eine besondere Aufmerksamkeit. Im intimen Setting eines Gitarrenkonzertes müsse man zunächst einfach seine Ohren öffnen, sagt Morat. «Dann wird man sukzessive und unweigerlich hineingezogen.» Der Klang ist nicht sehr laut, auch kann er nicht lange gehalten werden. Morat schliesst daraus: «Dieses schnelle Verklingen evoziert eine Art Sehnsucht und Nostalgie, die mit der Musik der klassischen Gitarre verbunden ist.»

Unterschiedlichste Farbnuancen

Tricoteaux liebt das Instrument vor allem wegen des Klanges, der sie mit seinen unterschiedlichsten Farbnuancen berührt. Sie und Morat haben als klassische Gitarristen eigene Projekte. Trico­teaux spielt unter anderem seit zehn Jahren mit dem «vielsaitigen Gitarrenquartett» Cuerdas, Morat im Gitarrenduo Morat-Fergo. Beide haben in Projekten auch schon E-Bass oder E-Gitarre gespielt. Doch mit dem Guitar Festival wollen sie bewusst die klassische Gitarre in den Vordergrund stellen und vermitteln, wie vielfältig deren Welt ist. «Für akustische Rootsmusik und Blues gibt es schon andere Plattformen.» Das Festival ist ein Streifzug durch die musikalische Breite der klassischen Gitarre. Neben Klassik und Kammermusik sind World Music, Tango und Flamenco zu hören. Eine Ausnahme von der akustischen Regel ist das Lucerne Guitar Collective (Leitung Mats Scheidegger), das mit elektrisch verstärkten Gitarren neue Musik interpretiert. Stolz sind die Organisatoren, dass sie den herausragenden Blockflötisten Maurice Steger gewinnen konnten, der das Publikum zusammen mit dem Lautenspieler Daniele Caminiti in die virtuose Musik des barocken Italiens entführt.

Im Vorfeld von einzelnen Konzerten werden auch Studierende der Hochschule Luzern – Musik mit kurzen Sets eine kleine Newcomer-Plattform er­halten. Schliesslich können Interessierte (gratis) öffentliche Meisterkurse besuchen und miterleben, wie die Meister ihres Fachs im Kontakt mit Studierenden Musikstücke beurteilen und sie interpretieren.

Hinweis

9.–13. Mai, Guitar Festival, Neubad Luzern und Marianischer Saal. www.lucerneguitarconcerts.com

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.