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Black Rebel Motorcycle Club liefern guten Krach am Blue Balls

Black Rebel Motorcycle Club spielten alte Punkhits mit derselben Dringlichkeit wie die Rocksongs ab der neuen Platte. Dafür zog schon mal einer Hemd oder Schuhe aus.
Regina Grüter
Robert Been ackert an seinem Bass am Blue Balls. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Robert Been ackert an seinem Bass am Blue Balls. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Wann sind Rockbands am besten? Wenn sie aus drei Leuten bestehen und gleich richtig loslegen. Und das Trio Black Rebel Motorcycle Club legt gleich richtig los. Sie spielen «King of Bones» ab dem neuen Album «Wrong Creatures», den Titelsong des 2010er-Albums «Beat the Devil’s Tattoo», «Ain’t No Easy Way» ab «Howl» (2005). Das ist dringlicher Rock, Blue­grass, Gospel, Blues, New Wave. Und natürlich: das ist Rock ’n’ Roll! Es ist schon verrückt, was für einen – guten – Krach drei Leute machen können.

Seit zwanzig Jahren machen Robert Levon Been (Bass, Gesang, Gitarre) und Peter Hayes (Gitarre, Gesang, Mundharmonika) nun schon zusammen diesen Krach. 2008 ersetzte Leah Shapiro Nick Jago am Schlagzeug. Mit den ersten beiden Platten «B.R.M.C.» (2001) und «Take Them On, On Your Own» (2003) machten sich die Kalifornier viele Fans in der alternativen Rock- und Punkszene.

Alles geht sehr demokratisch zu und her

Am Blue-Balls-Konzert am Dienstagabend im Luzerner Saal spielen sie Songs aus all ihren acht Alben. Einmal singt Robert Levon Been eine wehmütige Ballade, wendet sich dann vom Publikum ab und spielt einfach nur Gitarre.

Peter Hayes und Leah Shapiro singen Background, dann tauschen Been und Hayes den Platz, und der Gitarrist übernimmt den Leadgesang beim neuen Song «Question of Faith». Aufeinander eingespielte Vollblutmusiker sind hier am Werk. Alles geht an diesem Abend sehr demokratisch zu und her. Sie fühlen, was sie machen.

Und das Publikum fühlt es auch. Es ist zwar nicht so voll, wie man es B.R.M.C. gewünscht hätte, aber das tut der Spielfreude der Band keinen Abbruch. Und jene Zuschauer, die sich ein Ticket gekauft haben, freut es umso mehr. Man kann nah an der Band sein und hat doch Platz zum Tanzen, wenn es wieder weitergeht mit Punkrock und Gitarrengewitter auf Lichtgewitter folgt.

Die Band wirkt sehr sympathisch und verliert sich nicht in überflüssigem Geplänkel mit dem Publikum. Spielen sie dann ihren ersten Hit «Love Burns», gehen die 45-Jährigen genauso ab wie die 25-Jährigen – der harte Rock-Groove vereint die Generationen. Jetzt spielen die Amerikaner ihre Punkrocksongs mit klassischen Gitarrenriffs. Ein Zuschauer schafft es auf die Bühne, wird aber gleich wieder runtergeschubst. Ein anderer zieht die Hosenträger runter, knöpft die Krawatte auf und steht alsbald mit nacktem Oberkörper da.

Das passt zum psychedelischen Seventiesrock, der den Saal gerade einnimmt. Und es ist genug Platz da zum Pogen und Haareschütteln. «Spread Your Love», «Whatever Happened to My Rock and Roll» – es geht voll ab. Nach einem Hallo und einem Merci richtet sich Robert Levon Been mit den Worten ans Publikum, er müsse Schuhe zurückgeben. Da hat doch tatsächlich jemand seine Schuhe auf die Bühne geworfen – in der Euphorie, wohlgemerkt, und nicht etwa als Protest. Beens Stimme klingt ganz anders, wenn er redet, als wenn er singt. Dann ist sie kratzig und warm.

Eine geile Rockband

Er sagt nicht viel den Abend über. Sie hätten Probleme an der italienischen Grenze gehabt, erzählt er. In Anspielung auf die jüngsten Entwicklungen im Umgang der italienischen Regierung mit Bootsflüchtlingen sagte er, die Behörden wollten sie das Mittelmeer nicht passieren lassen: «Die Italiener wollen uns nicht mehr.» Am Vorabend hatten sie in der Burgenwelt Rocca Malatestiana auf dem Hügel Garampo über der Stadt Cesena gespielt.

Black Rebel Motorcycle Club hat den Ruf, eine gute Liveband zu sein. Und: Oh ja, das sind sie. Was braucht es für eine geile Rockband? Vermutlich reichen da Robert Levon Been, Peter Hayes und Leah Shapiro komplett aus. Es hat jedenfalls gerockt wie Sau am Dienstagabend im Luzerner Saal, aber auf die coole Art. Um es mit den Worten von Robert Levon Been zu sagen: «You guys have been beautiful.»

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