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Klub der jungen Dichter:
Was für ein Traum!

Hanna Lina Amgwerd aus Emmenbrücke erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie die Lektüre einer "Harry Potter"-Buches ungeahnte Folgen hat.
Hanna Lina Amgwerd

Nachts um halb vier schreckte ich hoch. Und mir wurde klar, dass ich tief im Schlamassel steckte. Damit ihr diesen Wahnsinn verstehen könnt, muss ich die Geschichte von Anfang an erzählen.

Hanna Lina Amgwerd, Emmenbrücke, 6. Primar.

Hanna Lina Amgwerd, Emmenbrücke, 6. Primar.

Wie so oft lag ich in meinem Bett und war mitten in der Nacht am Harry-Potter-Lesen. Plötzlich begannen sich die Buchstaben zu drehen. Ich rieb mir die Augen, aber das brachte keine Besserung. Im Gegenteil: Die Buchstaben bewegten sich immer wilder und bildeten die Form eines Tores. Aus diesem Tor heraus wurde im nächsten Augenblick etwas Hartes gegen meinen Kopf geschleudert. Ich konnte es nicht glauben. Vor mir lag eine bewusstlose Hauselfe. Einen Moment blieb alles ruhig, bis eine piepsende Stimme die Stille durchbrach. Die Elfe stellte sich als Honkey vor. Ich gab stotternd zurück: «Hi, i iiich bbbbin Mathilda.» Dann wurde Honkey zum ersten Mal so richtig bewusst, wo sie war. In Windeseile sprang sie von meinem Bett hinunter und versteckte sich unter dem Kleiderschrank. Die Hauselfe schluchzte: «Es ist also wirklich wahr, derjenige, der an mich glaubt, öffnet ein Tor, durch das ich in seine Welt eintrete.» Sie blickte mit nachdenklicher Miene zu mir hoch: «Du musst mir helfen, dass ich wieder zurückkehren kann.»

Wow, dachte ich. Jetzt werde ich Teil einer magischen Geschichte! Sofort sicherte ich ihr meine Hilfe zu. In Honkeys Gesicht breitete sich ein Hoffnungsschimmer aus. Der verschwand im nächsten Augenblick aber schon wieder. Traurig erklärte sie mir, dass sie nicht wisse, wie sie zurückkehren könne. Ich starrte abwechslungsweise Honkey und das Buchstabentor im Buch an. Der Schlamassel nahm seinen Lauf. Auf einmal sah ich in dem Buchstabengewusel das Wort KUCHEN. Ich realisierte, dass da plötzlich ein Rezept für einen Kuchen aufgetaucht war. Zuerst war ich etwas enttäuscht, weil das so gar nichts mit der von mir erhofften Zauberei zu tun hatte. Uns war klar, dass dieser Kuchen gebacken werden musste. Bis auf die Tatsache, dass der Kuchen bei Leermond gebacken werden musste, war es ein stinknormales Rezept. Bis zum nächsten Leermond dauerte es noch sieben Tage.

Als endlich Leermond war, wurde ich ganz hibbelig. Schon am frühen Morgen ging ich in die Küche und buk alles schön nach Rezept. Es war ein kleiner Zitronenmuffin. Mitten im Backen kam meine Mutter und fragte, was ich da trieb. «Ich backe einen Kuchen für meine Freundin», antwortete ich. Honkey war wirklich meine Freundin geworden. Sie war für jeden Spass zu haben, und vor allem hatte ich plötzlich jeden Tag ein aufgeräumtes Zimmer. Ich wollte sie nicht wieder verlieren. So buk ich einen zweiten Muffin nach einem anderen Rezept. Diesen wollte ich Honkey geben, in der Hoffnung, dass dieser Muffin sie nicht zurückbefördern würde.

Nun stellte sich mir die Frage, was ich mit dem magischen Muffin machen sollte. Da er sehr fein duftete, kam ich zum Entschluss, ihn selbst zu essen. Schliesslich bin ich ja nicht magisch. Kaum hatte ich den Muffin hinuntergeschlungen, erfasste mich ein heftiger Strudel und zog mich in mein Zimmer und geradewegs in das offene Harry-Potter-Buch hinein.

An Details kann ich mich nicht erinnern, dafür passierte alles viel zu schnell. Ich erinnere mich an die Farbe Lila, an London aus der Vogelperspektive, überhaupt an viele Vögel, vor allem Eulen, und schliesslich an das uralte Gebäude von Hogwarts, wie es immer näher und näher kommt. Das Dach öffnete sich, und ich landete unsanft in dem grössten Schlamassel meines Lebens: auf einem Tisch in Hogwarts Festsaal. Etwa eintausend Zauberer und Hexen schauten ungläubig zu mir hin. Ich konnte nur hoffen, dies sei bloss ein richtig übler Traum. Wobei, wäre das wirklich ein schlimmer Traum?

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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