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Hans Gysi besingt eine alte Freundschaft

Das Theaterbureau in Märstetten feiert 15 Jahre Bestehen. Und das Stück «Milchruusch» feiert eine alte Männerfreundschaft und die Leidenschaft für die Poesie.
Dieter Langhart
Hans Gysi als Batch im Stück "Milchruusch" (Bild: Donato Caspari)

Hans Gysi als Batch im Stück "Milchruusch" (Bild: Donato Caspari)

Jedes Jahr am 10. Januar treffen sich Gian und Batch zum «Milchruusch». Dann feiern sie ihre Freundschaft, die seit ihrer Kinderzeit anhält, die sie zu Träumern und Dichtern hat werden lassen. Aber ein Schatten hängt über ihnen, und heute will Batch Gian zur Rede stellen – mithilfe des Publikums, das Zeuge ist seiner Erinnerungen. Just am 10. Januar, am «Milchruusch»-Tag. Und just heute war Premiere.

Hans Gysi ist Schauspieler, Theaterleiter und Dichter, hat das Stück geschrieben und spielt den Batch. Es ist so raffiniert angelegt, dass der Zuschauer nie recht weiss, ob und wann Gysis eigene Erinnerungen hineinspielen, was erfunden ist und was wahr. «Milchruusch» oszilliert zwischen Plausibilität und Plagiat, und das macht seinen poetischen Reiz aus.

Gian hat sich frei bei Batchs Texten bedient

Batch ist brav geworden, hat Sprachen studiert, ist ein mittelmässiger Englischlehrer mit Familie geworden. Gian aber hat sein Studium geschmissen, ist um die Welt gereist, hat ein einziges Buch veröffentlich, hat Erfolg gehabt und den Bass gezupft in Bob Dylans Band (Batch zeigt uns das Cover) und Songs für Pink Floyd geschrieben (Batch spielt uns «Nobody Home» auf dem alten Plattenspieler vor). Doch das Lied ist just die englische Übersetzung eines Textes von Batch, und das ist nicht das einzige Plagiat in Gians Biografie. Gian hat es zugegeben und Batch längst Tantiemen versprochen. Der tröstet sich, blättert weiter in seinen Sudelheften und spielt die alten Songs auf seiner Gitarre.

Heute ist Milchruusch-Tag, heute will Batch seinen alten Freund wieder einmal zur Rede stellen, sein Geld einfordern, will so etwas wie Gerechtigkeit. Doch Gian hat sich verspätet. Batch sucht ihn draussen, findet nur einen dicken Umschlag, kehrt auf die Bühne zurück, zupft auf der Gitarre sein letztes Stück. «Es könnte von Gian sein», sagt er.

Ausführliche Besprechung folgt.

Fr/Sa, 11./12.1., 20 Uhr, Theaterbureau, Sandeggstrasse 1, Märstetten (noch wenige Plätze); weitere Vorstellungen auf www.milchruusch.ch

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