Hardrock

Allison-Sängerin zum Comeback: «Die Band ist eine Herzensangelegenheit»

Die Rockband Allison mit Sängerin Janine Amberg ist zurück – und hat ihr drittes Album auf den Markt gebracht.

Stefan Welzel
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Frontfrau Janine Amberg alias Janet La Rose von Allison.

Frontfrau Janine Amberg alias Janet La Rose von Allison.

Bild: PD

Nach über 20 Jahren gibt die Schweizer Hardrockband Allison ihr Comeback. An der Seite von zwei weiteren Gründungsmitgliedern und drei neuen Mitstreitern hat Sängerin Janine Amberg alias Janet La Rose im November das dritte Album herausgebracht. Und «They Never Come Back» hat es gleich auf den sechsten Platz der Schweizer Albumcharts geschafft. Geblieben ist der klassische, treibende Stadionrock mit den griffigen Riffs, neu ist die reife, ausgeklügelte Verspieltheit und das stärkere Forcieren von Crossover-Elementen. Die in Luzern lebende Amberg erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, wie sich die Band nach so langer Zeit wiedergefunden hat und was das Älterwerden mit ihr und ihren Kumpanen gemacht hat.

Es hat nun 25 Jahre gedauert bis zum neuen Album, 1998 hatte sich die Band getrennt. Im neuen Song «Merry-go-round» (siehe Video unten) fragen Sie in einer Liedzeile: «Does it feel like the real thing?» Drehen wir die Frage gleich um: Fühlt sich das Comeback gut an?

Janine Amberg: Auf jeden Fall. Allison ist eine Herzensangelegenheit. Ich will nicht mindern, was ich nach Allison alles gemacht habe, unter anderem Angelheart mit Paul Etterlin, aber meine Stimme passt immer noch am besten zum Allison-Sound.

Wie kam es zur Reunion?

2017 haben wir eine Party zum 50. Geburtstag des Bassisten Pierce Baltino organisiert. Dabei spielten wir einen Überraschungsgig in unserem «Heimclub», dem District 28 in Siebnen (Kanton Schwyz, Anm.d.Red.). Zwei Wochen später standen wir im Proberaum und es hat sich plötzlich sehr richtig angefühlt.

Warum dauerte es so lange?

Manchmal kann man das gar nicht so genau sagen. 1996 fand der entscheidende Bruch statt, als unser Gitarrist Jonny Stutz sagte, dass er das Handtuch werfe. Das war ein Schock, an den ich mich heute noch gut erinnere. Danach machten wir zwar noch zwei Jahre weiter, aber das Gefühl war nicht mehr dasselbe. Nach der Auflösung der Band gingen alle ihrer Wege. Ich hatte später diverse Bandprojekte neben meinem Beruf als Chemielaborassistentin. Aber irgendwann brauchte ich eine richtige Pause von der Musik. Es ist nicht zuletzt eine Frage der Energie und Zeit. Es ist aufwendig, eine Band zu führen. Bei der Reunion von Allison habe ich aber schnell gemerkt: Es ziehen alle am gleichen Strick, es passte einfach wieder.

Wie schlagen sich über 20 Jahre Pause musikalisch nieder?

Wir verbiegen uns nicht und machen das, was wir am besten können. Aber das durchaus etwas zeitgemässer. Unser Klangbild hat sich seitens der Produktion und durch verbesserte Technik leicht verändert. Genauso meine Stimme durch das Älterwerden. Damit ich sie wieder dort habe, wo ich sie für Allison brauche, ist viel Arbeit nötig. Ich bin extra zum Arzt und liess die Stimmbänder kontrollieren. Er sagte dann zu mir, dass alles in Ordnung sei und fügte an: Geniessen sie es und geben sie Gas! (lacht) Insgesamt merkt man dem Sound an, dass jeder von uns drei Gründungsmitgliedern 25 Jahre an Lebenserfahrung gewonnen hat. Das fliesst natürlich mit rein.

Ihr habt eine schwierige Zeit ausgesucht für euer Comeback. Was habt ihr für nach der Krise geplant? Gibt es eine grosse Tour oder gleich das 4. Album hinterher?

Der Zeitpunkt könnte wirklich kaum dümmer fallen. Wir hatten für den 13. November den Release-Gig geplant. Das holen wir auf jeden Fall nach. Wir hoffen auf April oder Mai. Ein erstes Konzert ist für den 25. September 2021 auf dem Metal-Festival in Amriswil vorgesehen. Ambitionen auf eine grosse und lange Tournee haben wir nicht, denn wir alle sind beruflich und privat stark eingebunden. Aber wir hoffen, so bald wie möglich einige Gigs spielen zu können und schielen dabei vor allem auf den kommenden Open-Air-Sommer. Was darüber hinaus passiert, werden wir sehen. Von einem weiteren Album zu sprechen, wäre aber eindeutig verfrüht.

Allison: «They Never Come Back», 6003 Records, www.allison.ch