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Diese Musik und Hörbücher klingen nicht nur unter dem Weihnachtsbaum gut

Hörbare Geschenkideen von unseren Kulturredaktoren empfohlen: Schweizer Volkslieder in überraschend edlem Klangkostüm, eine sensationelle Entdeckung des Jazzmusikers Charles Mingus, ein super lustiges Hörbuch um eine chaotische Wohngemeinschaft und der Pianostar Igor Levit.
Hansruedi Kugler

«The Beatles»: 50 Jahre weisses Gold

Ohne klaren Wunsch sollte man keine CDs schenken. Beim Weissen Album («The Beatles») mache ich eine Ausnahme. Erstens gehört es zu den wenigen ewigen Werten der Popmusik, zweites war 1968 dieses Doppelalbum meine allererste selber gekaufte LP. Das prägte nachhaltig. Ich finde noch heute alles genial, alles, inklusive «Ob-La-Di, Ob-La-Da» und «Revolution 9». Produzent George Martin wollte den Fab Four seinerzeit einreden, aus 2 besser 1 zu machen und den Rest der 30 Stücke zu kübeln. Sünd und schade wär’s gewesen. Zum 50. wurde «The Beatles» mit dem Segen von Paul und Ringo neu abgemischt und angereichert. Ob in diversen CD- und LP-Varianten oder gar in der «Ltd. 7 Disc Super Deluxe Edition»: Es bleibt ein Wunderwerk. Absolut grossartig. Das kritiklose Schwärmen sei mir aufgrund meiner Vergangenheit nachgesehen. Ich kann nicht anders.
Hans Graber

«The Beatles» (White Album – Ltd. 7 Disc Super Deluxe Edition), Fr. 160.–

Pianist Igor Levit reflektiert Leben und Tod

Vom «vermutlich besten Pianisten der Gegenwart» (SZ-Magazin) – vom 1987 im russischen Nischni Nowgorod geborenen und seit 1995 in Deutschland lebenden Igor Levit – gibt es ein neues Album: «Life» heisst es, und es ist nach Levits Worten ein «Lebensfeierprogramm, im Hellen wie im Dunklen, das von Zweifeln, Verlust und Schmerz, aber auch von Trost, Glück, Miteinander und Liebe erzählt». Wie es das macht? Eine Grundvoraussetzung ist wohl das tiefe Empfinden, das dem Album zugrunde liegt: Levit widmet «jeden Ton davon» seinem durch Unfalltod viel zu früh aus dem Leben gerissenen Freund. Und hofft, dass die Musik von Bach bis Busoni, von Schumann bis Liszt «auch anderen Trost und Wärme» schenke. Zu hören ist nachdenkliche Musik, Melancholisches, zur Räson gerufen von der Klarheit des ­Intellekts. Wintermusik, anspruchsvoll und schön.
Susanne Holz

Igor Levit: Life. Doppel-CD. Sony Music Entertainment, Fr. 33.–

«Ach mein, dein, das sind doch bürgerliche Kategorien»

Es ist wieder da! Endlich, vier lange Jahre hat es gedauert, bis Kultautor und Kult­vorleser Marc Uwe Kling neue Geschichten vom Känguru herausgebracht hat. Man kann die «Känguru-Apokryphen» zwar auch in gedruckter Form konsumieren. Doch die Hörbücher machen eindeutig mehr Spass. Denn Kling kann nicht nur superlustig schreiben, er kann auch umwerfend vortragen. Das Känguru, das bei ihm – dem Kleinkünstler – eingezogen ist, ist unverschämt, kommunistisch (running Gag: «ach mein, dein, das sind doch bürgerliche Kategorien») und verdammt lustig. Zwischen Schnapspralinen, «open Schnick» und Trinkrunden in der Berliner Eckkneipe bei Herta («du denkst vielleicht , du bist hart, aba ick bin Herta») wird im philosophischen Zitatenschatz gewühlt, eine absurde Alltagsepisode knallt auf die nächste. Man möchte am liebsten einziehen in diese WG.
Julia Nehmiz

Marc Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen. Hörbuch Hamburg, 4 CDs, Fr. 23.–

Kleine Jazz-Sensationen des grossen Charles Mingus

Nach Alkoholexzessen, Depressionen und Nervenzusammenbrüchen kehrte der grosse Jazzbassist Charles Mingus Anfang der 70er-Jahre auf die Bühne zurück und war erfolgreicher denn je. Es folgte eine hektische Zeit mit vielen Projekten und Tourneen und Konzerten, von denen wenige dokumentiert sind. Ein zufällig gefundener Konzertmitschnitt vom Februar 1973 in Detroit kann deshalb als kleine Sensation bezeichnet werden. Eine Rarität schon deshalb, weil Roy Brooks hier den langjährigen Schlagzeuger Danny Richmond ersetzt. Zum Quintett gehörten Joe Gardner (Trompete), der unterschätzte Saxofonist John Stubblefield und erstmals der spektakuläre Don Pullen am Klavier. Das Quintett spielte in dieser Besetzung nur kurz, verinnerlichte den typischen Mingus-Sound aber exzellent und spielte mit einer Energie, die an die besten Mingus-Bands erinnert.
Stefan Künzli

Charles Mingus: Jazz In Detroit. Strata Concert Gallery, 5 CDs, Fr. 47.–

Verzaubertes Schweizer Volkslied

Da reibt man sich die Augen – und die Ohren. Sind das wirklich Schweizer Volkslieder? Die zirpende Mandoline – Italianità pur? Oder der schlichte ­Gesang, der an Mittelalter und Kathedralen denken lässt, aber kaum an ein Chalet mit Alpenluft? Dochdoch. Was so unschweizerisch klingt, sind traditionelle Lieder aus allen Regionen des Landes. Nur der Blick auf sie ist aussergewöhnlich. Denn normalerweise trifft man die Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis auf den Bühnen von Barockopern und klassischen Konzerten an. Das war nicht immer so. Sie sei singend auf die Welt gekommen und habe dreijährig voller Inbrunst «Là-haut sur la montagne» gesungen, schreibt die Fribourgerin im Booklet. Etwas von dieser ursprünglichen Liebe ist auf «Au cœur des Alpes» zu spüren – verfeinert und veredelt durch Arrangements, welche aus jedem Lied eine eigene Welt machen.
Anna Kardos

Marie-Claude Chappuis: Au cœur des Alpes. Volkslieder aus der Schweiz. Sony, Fr. 23.–

Coole Hörstation für kleine Ohren

Unser Rekord liegt bei fünf Minuten. Fünf Minuten vom Auspacken der CD bis zum ­finalen Schrottzustand infolge Totalverkratzens. Kein Wunder: Sechs Kinderhände zwischen zwei und acht Jahren in Aktion an nur einem Abspielgerät sind Gift für jede CD. So endete manch eine abgespielte Geschichte statt mit «Ende gut, alles gut» in Tränen und Boxhieben. Das ist nun Vergangenheit. Jetzt haben wir eine Toniebox, ein handliches, kubisches Abspielgerät mit Haben-wollen-Faktor, das Audio­files abspielt, sobald man eine kleine Figur in Form der kleinen Hexe, von Connie oder von Räuber Hotzenplotz auf den Deckel legt. Die Bandbreite an Geschichten sowie Musik ist riesig: von Grimms Märchen bis hin zu «Die drei ???». Die Box ist schon für Zweijährige kinderleicht zu bedienen. Bei uns jedenfalls kriegt: ich boxe, du boxt, wir boxen, gerade eine ganz neue Bedeutung.
Anna Kardos

Toniebox. Tonies.de, Fr. 99.–

Magie der Stimme: Dichter am Mikrofon

Die Wonne des Schenkens und Beschenktwerdens beginnt bei dieser Sammlung schon mit der Verpackung. «The Poets’ Collection» steckt nicht in einem schnöden Schuber aus dünnem Karton, sondern in einer stabilen Box, so attraktiv gestaltet, dass man sich das Geschenkpapier sparen kann. Eine silberne Schleife genügt! Der Inhalt wird erst recht Frohlocken provozieren, jedenfalls bei Lyrikliebhabern und allen, die es werden wollen. Christiane Collorio und Michael Krüger haben 192 Gedichte von 94 englischsprachigen Dichterinnen und Dichtern ausgewählt, samt Übersetzungen. Gelesen werden sie im Original von Walt Whitman und Ezra Pound, von Dorothy Parker oder Sylvia Plath persönlich, auf Deutsch von exzellenten Schauspielern. Die ältesten Aufnahmen sind über 150 Jahre alt, auf einen Phonographen von Meister Edison gesprochen. 14 Stunden Wörterglück zum Immer-wieder-Hören.
Bettina Kugler

Christiane Collorio, Michael Krüger (Hg.): The Poets’ Collection. Hörverlag, 13 CDs, Fr. 135.–

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