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HUMOR-FESTIVAL: Schön-schräge Töne in Arosa

Obwohl sich das Zelt zusehends nur noch mit Schweizer Mainstream-Künstlern füllen lässt, bietet Arosa immer noch Trouvaillen, in diesem Jahr vor allem im musikalischen Bereich.
Peter Hummel, Arosa
Mnozil Brass – die Überflieger der ersten Hälfte des Aroser Humorfestivals: schräge Blasmusik, angereichert mit teils umwerfenden Kabaretteinlagen. (Bild: Peter Hummel)

Mnozil Brass – die Überflieger der ersten Hälfte des Aroser Humorfestivals: schräge Blasmusik, angereichert mit teils umwerfenden Kabaretteinlagen. (Bild: Peter Hummel)

Peter Hummel, Arosa

Nach einem 25-Jahr-Jubiläum kann ja alles so weitergehen wie gehabt – erst recht bei einem Selbstläufer wie dem Arosa-Humor-Festival. Oder eben doch nicht ganz: Nach 18-jährigem Sponsoring stieg Axa Winterthur aus. Damit fehlten dem Festival und dem Ort je rund 300'000 Franken, hier im Budget, dort für Gastronomie und Übernachtungen. Das kann ja auch die Kreativität beflügeln: Etwa, indem man mit «Top-Sponsor» eine neue Sponsorkategorie schafft; die Veranstalter hoffen nun, dass dies für die Raiffeisen-Bank nur eine Zwischenstation zu einem langjährigen Hauptsponsor ist.

Natürlich war auch Sparen angesagt: Mit dem Kursaal wurde nach kurzem Comeback ein Schauplatz gestrichen, und die Eingangslounge fiel weniger grosszügig aus. Das Künstlerbudget hingegen sollte kaum beschnitten werden: Zum einen sprang erstmals die Gemeinde Arosa mit einem grösseren Betrag in die Bresche. Zum anderen wurden die Ticketpreise um zehn Franken erhöht. Es wird sich weisen, ob diese Rechnung aufgehen kann: 70 Franken (inklusive Vorverkaufsgebühr) sind ein stattlicher Preis für Künstler, die man im Unterland teilweise für die Hälfte sehen kann.

Tourismusdirektor Pascal Jenny führt gegen diese Vorbehalte die bekannten Aroser Mehrwerte ins Feld: Das Zelterlebnis auf 2000 Metern über Meer, die Schneesicherheit, die Dezembersonne. Gut und recht – trotzdem waren die Zeltvorstellungen am ersten Wochenende ausser bei den Fixwerten Claudio Zuccolini und Rob Spence nur gerade mässig besucht.

Musik ist (wieder einmal) Trumpf

Natürlich haben die Abwesenden immer unrecht – erst recht bei zwei so herausragenden Auftritten wie von Heinz de Specht und Mnozil Brass. Zuerst zeigte das Ostschweizer Kleinkunstpop-Trio mit seinem «Wunschkonzert» zur Arosa-Premiere, dass es mit seinen engagierten, ironischen und witzigen Liedern über Gesellschaft und Politik bestens in dieses Festival passt, und tags darauf sorgte Mnozil Brass für die zweiten Standing Ovations: Nicht nur liefern «die Weltmeister der schrägen Blasmusik» von Bigband-Standards über Pop- und Schlagerhits bis zu Opernouvertüren samt A-cappella-Gesang ein atemberaubendes Potpourri – seit ihrem Aroser Erstauftritt vor 13 Jahren haben sie ihr Programm mit umwerfend komischen bis poetischen Kabaretteinlagen bereichert.

Diese beiden Konzerte von höchster Güte waren der Auftakt zu einer wieder einmal besonders musikalischen Auflage: In der zweiten Hälfte des Festivals sind nämlich mit «Bassimist» Daniel Ziegler und den Geschwistern Well nochmals brillante schräge Töne auf dem Programm. Bleibt zu wünschen, dass sich der Mut zu wieder mehr Musikalität des Festivals publikumsmässig doch noch auszahlt. Immerhin stehen am Wochenende auch noch zwei komödiantische Altmeister des Humor-Festivals auf dem Programm: der italienische Anarcho-Clown Leo Bassi und die spanischen Slapsticker Yllana. Zum Abschluss werden dann Patrick Frey und Marco Rima nochmals für ein ausverkauftes Zelt sorgen; doch die kann man ja in der ganzen Schweiz sehen.

Mehr Chancen für neue Talente

Schön, dass Arosa auf der anderen Seite auch wieder vermehrt ein Sprungbrett für Nachwuchskünstler zu werden scheint: Zum einen bietet die eigenständige Tschuggen-Humor-Soirée eine Plattform für «Rising Stars»; mit Heinrich del Core und Simon Chen waren heuer wieder einmal zwei besonders begabte Newcomer zu sehen.

Schliesslich kommt es im neuen Güterschuppen am späten Donnerstagabend dann noch zu einer Premiere, genauer zu einer Late-Night-Wiedergeburt, an der sich vier Talente präsentieren können. Und das könnte erst der Anfang sein: Diese Lounge-Bar soll künftig vermehrt bespielt werden.

Das Humor-Festival dauert noch bis Sonntagabend. www.humorfestival.ch. SRF 1 wird am 5. und 12. Januar Teil 1 und 2 der «Best of»-Aufzeichnung ausstrahlen, u. a. mit Alfred Dorfer, Andreas Rebers, Andreas Thiel und The Umbilical Brothers.

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