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Interview

Lady Gaga ohne Pop-Diva-Schminke: «Ich könnte heulen vor Glück»

Die exzentrische Sängerin ist in ihrem ersten Kinofilm kaum mehr wiederzuerkennen. Ungeschminkt und authentisch spielt Lady Gaga eine aufstrebende Sängerin in Bradley Coopers Regiedebüt.
Marlène von Arx
An der Premiere inszenierte sich Lady Gaga in einer spektakulären Robe. (Bild: Jordan Strauss/Invision/AP)

An der Premiere inszenierte sich Lady Gaga in einer spektakulären Robe. (Bild: Jordan Strauss/Invision/AP)

Lady Gaga, mit bürgerlichem Name Stefani Germanotta, ist nahe am Wasser gebaut. Während des Interviews wird die 32-jährige New Yorkerin öfters mal emotional und muss innehalten – ein Zeichen für ihre Entourage, sich subito auf die Suche nach Papiertaschentüchern zu machen. Denn für Bradley Coopers Regiedebüt «A Star Is Born» liess die Sängerin nicht nur ihre schrille Pop-Persona fallen, sondern kehrte auch emotional zu jener Zeit zurück, als sie sich allein und unverstanden fühlte.

Lady Gaga, Sie spielen in «A Star Is Born» eine Hauptrolle. Sind Sie erleichtert, dass der Film bislang so gut ankommt?

Ja, die Dreharbeiten allein waren schon der Hit für mich. Ich schätze es, dass man findet, ich hätte mich bewiesen. Aber ich stehe erst am Anfang. Ich habe noch viel von mir zu zeigen.

Gezeigt haben Sie sich erstmals ohne Ihre Pop-Diva-Schminke. War das schwierig für Sie?

Es war eine Herausforderung, mich so zu exponieren, aber ich vertraute Bradley. Ich dachte zuerst, ich könnte ihn mit «unsichtbarem» Make-up hinters Licht führen. Aber er fuhr mir mit einem Tuch übers Gesicht und das Tüchlein war braun. Das müsse alles weg, meinte er. Ich bin für diesen Film in unglaubliche Tiefen meines Herzens gegangen und war überrascht, dass es sich so neu anfühlte, wie als ich meinen ersten Hit hatte. Ich könnte heulen. Ich bin Bradley so dankbar, dass ich dieses Gefühl noch einmal erleben durfte.

Im Film zeigt sich Lady Gaga ungeschminkt.

Im Film zeigt sich Lady Gaga ungeschminkt.

Nach der TV-Serie «American Horror Story» ist «A Star Is Born» Ihr zweiter Hollywood-Auftritt. Wollten Sie schon immer Schauspielerin werden?

Ich habe immer davon geträumt. Fast zehn Jahre lang habe ich die Stanislavski-Methode studiert. Aber ich wurde als Schauspielerin nicht akzeptiert. Ich kam den Leuten schräg rein. Man wusste nicht, welche Rolle zu mir passen würde. Meine Nase war zu gross und meine Haare zu braun. Ich würde nie die jugendliche Geliebte spielen. Schliesslich gab ich es auf und konzentrierte mich aufs Singen. Da riet man mir vor meinem ersten Videodreh, die Nase zu operieren...

«A Star Is Born» erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem Rockstar über dem Zenit und einer aufstrebenden Sängerin. Erinnert Sie Ally an Ihre eigenen Anfänge?

Ich habe Bradley viel von mir erzählt, und so hat er Dinge aus meinem Leben in den Film integriert. Ohne meine schwulen Freunde und die Drag Culture wäre ich beispielsweise heute nicht hier. Ich habe in vielen kleinen Clubs gespielt. Ich weiss noch, als Lady Starlight und ich im Bikini-Partnerlook auftraten: Sie als DJ und ich spielte darüber Klavier und sang. Der kleine Schuppen war voll, und draussen vor dem Fenster standen auch noch etwa hundert Leute. Diesen Moment werde ich nie vergessen. In jener Zeit fühlte ich mich erstmals wie ein Star, obwohl ich noch keiner war.

Der Film zeigt auf, dass das Beste für die Künstlerkarriere nicht immer das Beste für die Beziehung ist und umgekehrt. Wie haben Sie gelernt, damit umzugehen?

Ich habe gelernt, dass man sich um einander kümmern muss – besonders um Künstler. In Sachen psychische Gesundheit war ich immer gefordert, deshalb habe ich die «Born This Way»- Stiftung als Anlaufstelle für Jugendliche gegründet. Am Anfang meiner Karriere hätte ich mir gewünscht, dass mir jemand psychologisch geholfen hätte, alles zu verarbeiten. Wenn man berühmt wird, verändert sich alles. Man ist nicht mehr frei, man ­gehört der Welt. Aber all der Schmerz, den ich erlebt habe, war nicht umsonst. Ich habe ihn genutzt, anderen zu helfen.

Welche Träume bleiben jetzt noch unerfüllt?

Ich wäre gerne Mutter. Ich träume von einer Familie, und eines Tages werde ich in einer Oper singen.

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