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Der neue Film von Nathalie Oestreicher: «Ich musste erst nach Antworten suchen»

Mit «Apfel und Vulkan» feiert wieder ein sehr persönlicher Dokumentarfilm Vorpremiere ­ in Luzern. Regisseurin Nathalie Oestreicher fragt, was bleibt, wenn jemand Geliebtes stirbt – und zeigt dabei auch ganz viel Lebensfreude.
Regina Grüter
Gräbt tief in der eigenen Familiengeschichte: Regisseurin Nathalie Oestreicher (links) mit ihrer Schwester Sophie Tummarello. (Bild: Cineworx)

Gräbt tief in der eigenen Familiengeschichte: Regisseurin Nathalie Oestreicher (links) mit ihrer Schwester Sophie Tummarello. (Bild: Cineworx)

Eigentlich sollte es ein Film über das Muttersein werden, «weil ich das einen seltsamen Zustand fand, als ich selbst Mutter wurde», wie Regisseurin Nathalie Oestreicher im Januar an den Solothurner Filmtagen sagte. «Als ich Kinder bekam, habe ich mich am idealisierten Mutter- und Frauenbild gestört», präzisiert die Filmemacherin, die in Luzern Video studiert hat und seit 2007 an der Hochschule Luzern – Design & Kunst in dieser Fachrichtung tätig ist. Ihre Freundin Fabienne hingegen hätte eine ganz selbstverständliche Haltung zum Muttersein gehabt und sich keine Tausend Fragen gestellt.

Als sie beschlossen, einen Film darüber zu machen, war Fabienne bereits an Brustkrebs erkrankt. Die Nachricht aber, dass sie nicht mehr gesund werden würde, hat alles verändert.

Plötzliche ­Richtungsänderung

Auf einmal war es die Freundin, die nach Antworten suchte, und aus «Apfel und Vulkan» wurde ein sehr persönlicher Film über die «Suche nach dem, was bleibt». Fabienne blieb dafür nicht mehr viel Zeit. Was würde sie ihren Mädchen hinterlassen? Wie würden ihre Töchter mit ihrem Tod, mit dem Verlust der Mutter umgehen? Sie fragte ihre Freundin, wie sich der Tod des Vaters, Nathalie war damals noch ein Kind, und der Verlust des Halbbruders als Jugendliche auf ihr Leben ausgewirkt habe. «Alles, was mir einfiel, traf keinen Kern», beschreibt die Filmemacherin die Situation. «Ich musste erst Antworten suchen: in mir, aber auch in meinem Umfeld.» Der Film, der sich damals noch in der Phase der Projektentwicklung befand, bekam nach Fabiennes Tod eine Richtungsänderung, die von Nathalie Oestreicher verlangte, sich selber ins Zentrum zu stellen. Es ist eine Gratwanderung, wenn man als Dokumentarfilmregisseur vor und hinter der Kamera agiert, wie jüngst Kaleo La Belle im Gespräch über seinen Film «Fell In Love With A Girl» bekräftigte.

Was bleibt ­ denn nun?

Wie La Belle suchte Oestreicher nach dem universell Gültigen in ihrer Geschichte, will auch sie dem Zuschauer nicht das private Fotoalbum zeigen. Was sie daraus machte, ist keine tieftraurige Auseinandersetzung mit Tod und Sterben, sondern eine Hommage an die Verstorbenen und ans Leben – auch witzig und verspielt. Oestreicher kennt ihre Grenzen als Regisseurin. Sie zeigt in erster Linie sich und gibt in teilweise essayistischer Art Einblick in ihre Gedankenwelt, als Frau, Mutter, Tochter, Schwester und Freundin. Was bleibt denn nun? Die Frage kann sie nicht abschliessend beantworten. «Das verändert sich ständig und eröffnet damit neue Sichtweisen aufs Leben.»

«Apfel und Vulkan – Auf der Suche nach dem was bleibt»:5. Juni 2018, 18.30 Uhr Vorpremiere im Kino Bourbaki, Luzern, in Anwesenheit von Nathalie Oestreicher und Verein Lebensgrund, Moderation: Maria Müller. Ab 14. Juni regulär.

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