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CD von Julia Lezhneva in Cecilia Bartolis Fussstapfen

Sopranistin Julia Lezhneva zeigt, worin sie gegenwärtig konkurrenzlos ist: Die Artiste in residence des diesjährigen Luzerner Osterfestivals macht Opern des eher unbekannten deutschen Komponisten Carl Heinrich Graun zur Entdeckung.
Fritz Schaub
Julia Lezhneva hat gerade auch in unserer Region viele Bewunderer. (Bild: PD)

Julia Lezhneva hat gerade auch in unserer Region viele Bewunderer. (Bild: PD)

Wem sagt der Name Carl Heinrich Graun (1703/4–1759) etwas? Wohl nur ausgesprochenen Barockliebhabern. Immerhin hat Graun die Oper «Montezuma» komponiert, die auch in neuerer Zeit aufgeführt wird. Aber sonst?

Dies hat die russische Sopranistin Julia Lezhneva bewogen, ähnlich wie ihr grosses Vorbild Cecilia Bartoli auf Entdeckungsreise in der Barockliteratur zu gehen. Die Sängerin, die am letzten Osterfestival im Eröffnungskonzert in der Hofkirche auch das Luzerner Publikum begeisterte, wurde bei den Graun’schen «Opere serie» fündig, die während der Regentschaft des musikliebenden Preussenkönigs Friedrich II. entstanden. Bei ihm war Graun Hofkapellmeister.

Als erste Oper erschien 1741 «Rodelinda», aus der das Concerto Köln auf historischen Instrumenten die Ouvertüre als einzige reine Instrumentalmusik spielt, bei den Arien aber der Sängerin auffallend den Vortritt lässt. Während Händel, dem Lezhneva das Debütalbum widmete, noch weitgehend für Kastraten schrieb, bevorzugte Graun die natürliche Frauenstimme. Entsprechend gross ist die emotionale und dramatische Bandbreite.

An den Grenzen ihres Ausdrucksvermögens

Diese hat Lezhneva neben der Virtuosität der verzierten Arien besonders angezogen. Sie wagt noch stärker als früher, an die Grenzen ihres Ausdrucksvermögens zu gehen, ohne den instrumentalen Charakter aufzugeben. Die rasenden Koloraturen beherrscht sie wie kaum eine andere heute. Und wenn sie mit innigen Pianotönen und weiten Legatobögen den tiefen Schmerz der Aspasia (aus «L‘Orfeo») besingt oder als Volumnia über die Taten ihres Sohnes (aus «Coriolano») klagt, ist man tief bewegt. Und fragt sich, ob es sich nicht lohnen würde, die Gesamtaufführung einer Graun-Oper zu wagen.

Carl Heinrich Graun: Opera Arias; Julia Lezhneva (Sopran), Concerto Köln, Mikhail Antonenko (Leitung). 1 CD (Decca)

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