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INGENBOHL: Das Inbild von Menschlichkeit

Vor 20 Jahren wurde Mutter Maria Theresia seliggesprochen. Ungebrochen halten die Schwestern die hehre Mission ihrer verdienten Ordensgründerin aufrecht.
Für Provinzrätin Sr. Tobia Rüttimann ist die selige Mutter Maria Theresia eine Vorbildsfigur. (Bild Andreas Faessler)

Für Provinzrätin Sr. Tobia Rüttimann ist die selige Mutter Maria Theresia eine Vorbildsfigur. (Bild Andreas Faessler)

Andreas Fässler

Auf mehreren Gemälden im Kloster Ingenbohl ist sie zu sehen. Auch ein grosses Medaillon in der nahen Pfarrkirche St. Leonhard zeigt die Ordensfrau: Die porträtierte Mutter Maria Theresia Scherer strahlt trotz einer gewissen Strenge wahre Güte und Herzlichkeit aus. Die ältere Frau in Ordenstracht und mit sanftem Blick ist menschgewordenes Inbild aufopfernder Hingabe für die Armen und Bedürftigen. Durch ihr unermüdliches karitatives Engagement ist eine der grössten Schwesternkongregationen der Welt entstanden (siehe Kasten). Im Oktober 1995 wurde die Ordensgründerin von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. An ihr Grab in der Krypta auf dem Ingenbohler Klosterhügel pilgern jährlich Tausende.

Der Mensch im Mittelpunkt

Die vielverehrte Ordensfrau hat sich berufen gefühlt, den Armen zu helfen. «Und das ist auch heute noch das Bestreben der Ingenbohler Schwestern», sagt Sr. Tobia Rüttimann. 1993 legte die ausgebildete Krankenschwester und gebürtige Aargauerin ihre Profess in Ingenbohl ab und ist hier heute Provinzrätin. Sie hält ein Büchlein in der Hand, welches Maria Theresia persönlich verfasst hat. Es ist ein Leitfaden für die Mitschwestern zur Pflege der Kranken. «Beim Lesen des Büchleins merkt man, wie sehr der Mensch für Mutter Maria Theresia im Mittelpunkt stand», so Sr. Tobia. «Die Fürsorge für ihre Mitmenschen und -schwestern war ihr ein grosses Bedürfnis.» Die Provinzrätin lobt den Mut und das tiefe Gottvertrauen Maria Theresias. «Neben ihrer ausgeprägten Fähigkeit, wirtschaftlich zu denken und dabei immer sehr bodenständig zu bleiben, lebte Mutter Maria Theresia in grosser, aufrichtiger Frömmigkeit.»

Fürbitten am Grab der Seligen

Täglich versammeln sich zahlreiche Schwestern am Grab ihrer Ordensgründerin in der Krypta zum Mittagsgebet. «Ihr Geist ist ständig präsent», sagt Sr. Tobia. Sie sieht Mutter Maria Theresia als eine Vorbildfigur, für viele Pilger ist sie, respektive ihre Grabstätte Anlaufstelle für Gedanken und Anliegen. Der hauseigene Pilgerdienst empfängt Menschen, die mit ihren Bürden zur seligen Mutter kommen. «Der Dienst nimmt auch briefliche Zuschriften, E-Mails oder Anrufe entgegen», erklärt Sr. Tobia. Die Anliegen der Menschen werden von den Schwestern im Gebet vor Gott getragen. Briefliche Bitten werden auf Wunsch für eine gewisse Zeit auf das Grab der Klostergründerin gelegt. Stets reihen sich am Rand der steinernen Grabplatte Briefumschläge mit Fürbitten und Dankesworten. «Für viele Menschen ist die Krypta auch ein Kraftort», fährt Sr. Tobia fort. Der jeweils am 16. des Monats stattfindende Pilgergottesdienst ziehe immer sehr viele Menschen an. Es seien überdies nicht regelmässige Kirchgänger, die das Grab der seligen Mutter besuchen. «Auch Leute, die aus der Kirche ausgetreten sind oder noch nie mit ihr etwas zu tun gehabt haben, besuchen uns und die Krypta.» Auch hierin finden die grosse Menschlichkeit Mutter Maria Theresias und deren tiefe christlichen Werte somit Ausdruck, welcher im Wirken der Ingenbohler Schwestern seine Fortsetzung findet: «Jeder ist bei uns willkommen und findet Gehör und Trost», sagt Sr. Tobia. Und zwar ungeachtet seiner Konfession oder sonstigen Hintergründe ohne jegliche Vorurteile nämlich.

Spenden für die Bedürftigen

Gingen die Ingenbohler Schwestern früher zu den Armen hin, ist es heute mangels Kraft und Möglichkeiten eher umgekehrt: Hilfesuchende kommen zu den Schwestern. Aber Mission und Credo sind gleich geblieben. Auch viele Pilger unterstützen das karitative Wirken der Ordensfrauen. «Sämtliche Pilgerspenden werden zu 100 Prozent für Bedürftige eingesetzt», erläutert Sr. Tobia hierzu. «Oft handelt es sich bei den Empfängern von Geldspenden um Menschen, die durch sämtliche Maschen des sozialen Netzes gefallen sind.» Diesen Auftrag und noch viel mehr haben auch die Niederlassungen der Ingenbohler Schwestern, die sich weltweit auf vier Kontinenten befinden. «Und auch die Werke, die aus den Niederlassungen hervorgegangen sind», ergänzt die Provinzrätin.

Sie selbst möchte das Charisma der seligen Mutter auf die Menschen übertragen: Sr. Tobia will für sie da sein, wie sie es einst in ihrem Beruf als Krankenschwester war. Dies nunmehr in der klösterlichen Gemeinschaft. «Auch Mutter Maria Theresia hat ihre Mission mit Hilfe ihrer Mitschwestern ausgeführt und so ihr Ziel erreicht», sagt Sr. Tobia. «Und das ist auch mein Weg.»

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