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INSOLVENZ: Der Colt hat nach 160 Jahren ausgeraucht

Der Colt weckt bei vielen Erinnerungen an alte Western-Filme. Nun ist die traditionsreiche US-Firma zahlungsunfähig.
Die Schauspieler Faye Dunaway und Warren Beatty mit ihren Colts im Filmklassiker «Bonny & Clyde». (Bild: Getty)

Die Schauspieler Faye Dunaway und Warren Beatty mit ihren Colts im Filmklassiker «Bonny & Clyde». (Bild: Getty)

bm/sda. Die bekannte US-Revolverschmiede Colt kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Gestern beantragte das hoch verschuldete Unternehmen aus Hartford im US-Bundesstaat Connecticut Gläubigerschutz beim Insolvenzgericht in Delaware. Verschwindet damit eine der legendärsten Marken Amerikas in der Versenkung?

Bekannt durch Western-Kultur

In der Filmindustrie hatte sich die Marke dank Serien wie «Rauchende Colts» zu einer US-Ikone, einer Art Coca-Cola der Waffenbranche entwickelt dabei waren Cowboys und Western-Kultur nur der Anfang. John Wayne, Faye Dunaway mit Warren Beatty und Clint Eastwood, aber auch Chuck Norris, Bruce Willis oder Tom Hanks haben das Label auf der Kinoleinwand berühmt gemacht. In der Realität dienen Colt-Produkte aber nicht der Unterhaltung, sondern dem Töten. Generationen von US-Soldaten vertrauten auf sie. Vom US-Bürgerkrieg über die beiden Weltkriege bis hin zu den Kriegen in Korea, Vietnam, Irak oder Afghani­stan – Colt-Waffen waren beim Blutvergiessen stets dabei. Noch heisst es auf der Colt-Website, Tradition mache den Unterschied. Darüber prangt der Slogan «The Legend Continues» (die Legende dauert an). Das könnte sich rasch ändern.

Zukunft der Marke ungewiss

Am Anfang war die Pistole, dann folgte der Revolver. Firmengründer Samuel Colt hatte 1836 das Patent für den Revolver mit Drehtrommel erhalten. Diese Technik erlaubte es erstmals, bis zu sechs Schüsse ohne Nachladen abzugeben. Das sollte die Waffenindustrie revolutionieren. Der Name Colt wurde dadurch zum Synonym für die Faustfeuerwaffe mit der Patronentrommel. 1855 wurde das Unternehmen Colt’s Manufacturing Company gegründet, der Ausbruch des US-Bürgerkriegs sorgte wenige Jahre später für einen Absatzboom. Nach 160 Jahren könnte für das traditionsreiche Unternehmen aber der letzte Schuss gefallen sein.

Die Firma teilte mit, den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und ohne Kündigungen mit dem aktuellen Führungsteam in die Restrukturierung gehen zu wollen. Das Management will die Geschäfte mit Unterstützung eines Investors weiterführen, trotzdem ist die Zukunft der Traditionsmarke ungewiss. Colt hat zwar Rückendeckung vom New Yorker Hedgefonds Sciens Capital Management, der die Dachgesellschaft Colt Defense LLC kontrolliert. Der Finanzinvestor sicherte zu, bei einer Versteigerung der Insolvenzmasse als erster Bieter an den Start zu gehen. Grössere Rivalen wie Smith & Wesson, die deutsche Waffenschmiede Heckler & Koch oder Sturm Ruger müssten tiefer in die Tasche greifen, um Colt zu schlucken.

Armee-Auftrag ging verloren

Der Waffenhersteller Colt kämpft schon länger mit schlechten Geschäften. Als ein wesentlicher Grund gilt, dass 2013 ein wichtiger Vertrag mit der US-Armee verloren ging, die mehr als 80 Jahre von Colt beliefert worden war. Vom New Yorker Hedgefonds Sciens Capital übernommen, steht die Firma mit dem Rücken zur Wand.

Mitte Mai hatten sich die Finanzprobleme so weit zugespitzt, dass Colt Zinsen über 10,9 Millionen US-Dollar (9,6 Millionen Euro) bei Anleiheinvestoren nicht begleichen konnte. Am Sonntag lief eine 30-tägige Gnadenfrist aus, um die Schulden doch noch zu bezahlen. Dazu kam es aber nicht mehr. Colt hatte den Gläubigern Angebote zum Anleihetausch gemacht, die aber Verluste bedeutet hätten. Der Schuldenberg von Colt soll sich auf 355 Millionen Dollar belaufen.

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