Freundschaft über den Atlantik: Junger Adligenswiler spielt mit Blues-Legende

Ein 90-jähriger Bassist aus Chicago und ein 25-jähriger Gitarrist aus Adligenswil haben zusammen neun Songs aufgenommen.

Pirmin Bossart
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Die Blues-Bass-Legende Bob Stroger (rechts) hat sich mit dem Adligenswiler Dominic Showmaker (nicht abgebildet) zusammengetan.

Die Blues-Bass-Legende Bob Stroger (rechts) hat sich mit dem Adligenswiler Dominic Showmaker (nicht abgebildet) zusammengetan. 

Erhard Gick/Neue Schwyzer Zeitung (Seewen, 31. März 2011)

Kaum ist das experimentierfreudige «A Race in Space»-Festival verklungen, kommt es zu einem neuen Luzern-Chicago-Austausch. Diesmal steht der Blues im Mittelpunkt, für dessen Entwicklung Chicago die prägende Metropole war.

Am Mittwoch steht im Stadtkeller Luzern der Bassist Bob Stroger auf der Bühne. Er wird im Dezember 90 Jahre alt und ist dem hiesigen Publikum dank seiner zahlreichen Auftritte am Lucerne Blues Festival sehr wohl bekannt. Gut dreimal jünger ist der Bluesgitarrist Dominic Shoemaker. Der junge Adligenswiler pflegt mit Bob Stroger eine musikalische Freundschaft, die vor sieben Jahre in Tschuppis Wonderbar begann.

«An der dortigen Session, die aus Anlass von Bob Strogers Geburtstag durchgeführt wurde, lernte ich Bob kennen. Drei Jahre später ging ich nach Chicago und habe ihn dort wieder getroffen», sagt Shoemaker. Seitdem sind die beiden bluesig verlinkt. Letzten Sommer spielte Shoemaker mit Stroger am Chicago Blues Festival.

Planlos und ohne Proben 

Im September 2019 lud Shoemaker seinen Bluesfreund für eine Session nach Obernau ins Soundfarm Studio (Marco Jencarelli) ein. Mit dabei waren Strogers Gitarrist Eddie Neese sowie Keyboarder Chris Heule und Drummer Richard Spooner von Shoemakers Band. «Es gab keinen Plan, keine vorbestimmten Songs, keine Proben. Wir hatten einen Tag Zeit und nahmen insgesamt neun Songs auf.» Das Repertoire ist klassischer Chicago-Blues im bewährten Schema. Mal uptempo und funky, mal gefühlvoll und dunkler, gehen die Songs gut ins Ohr. Es ist Blues, tadellos gespielt.

Bob Stroger habe mit allen grossen alten Bluesmusikern gespielt, sagt Shoemaker. «Das macht ihn faszinierend. Den Blues hat er nicht nach Noten gelernt. Er spielt, was er fühlt.» Diese Herangehensweise mache das Zusammenspiel mit ihm so besonders. «Dazu kommt eine tief verankerte Routine, die alles etwas lockerer macht.»

Dominic Shoemaker & Bob Stroger: The Soundfarm Session, CD.  4. März, 20 Uhr, Stadtkeller Luzern: Plattentaufe.