Zum Ableben von Irma Stadelmann: «Eine feine und edle Person in einer bunten Hülle»

Am Sonntag ist die Luzerner Künstlerin Irma Stadelmann verstorben. Ihre Weggefährten erinnern sich an sie.

Susanne Holz
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Irma Stadelmann.

Irma Stadelmann.

Bilder: PD

Irma Stadelmann. Ein Name, mit dem viele Luzerner und viele kunstbegeisterte Zentralschweizer sofort die Person verbinden können. Vergangenen Sonntag, am 24. Mai, ist die Luzerner Künstlerin im Alter von 87 Jahren verstorben. Ihre vier Kinder Beat, Oswald, Manuel und Pia schreiben am Mittwoch in der Todesanzeige von einer «tollen Mutter, einem liebenswerten Menschen und einer grossen Lebenskünstlerin».

Irma Stadelmann kam am 12. August 1932 zur Welt und wuchs in Sarnen in Obwalden auf. Sie hatte stets ihren eigenen Kopf – «sie war eine Rebellin», so Künstlerkollege Bruno Müller-Meyer, der 1990 eine Ausstellung mit Irma Stadelmann machte und in den Siebzigern mit Irma, ihren Kindern und seiner eigenen Familie auch für eine gewisse Zeit in einer WG zusammen wohnte.

Stadelmanns Gemälde «Des Löwen Trost» brachte die grosse Verbundenheit der Künstlerin zur Stadt Luzern zum Ausdruck.

Stadelmanns Gemälde «Des Löwen Trost» brachte die grosse Verbundenheit der Künstlerin zur Stadt Luzern zum Ausdruck.

Bruno Müller-Meyer erinnert sich an seine Freundin, die bei der Jahresausstellung der Innerschweizer Künstlerinnen 1990 den Preis der Jury gewann und über die Jahrzehnte Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im deutschen Wuppertal hatte: «Irma war sehr intelligent und sie hatte ein unglaubliches psychologisches Gespür. Sie verfügte über viel Schauspieltalent und sprach sämtliche Dialekte der Schweiz. Sie war gebildet, neugierig, offen. Eine Lebenskünstlerin pur.» Müller-Meyer erinnert sich auch an Irma Stadelmanns Wohnung an der Zürichstrasse: «Ein Gesamtkunstwerk. Die ganze Wohnung war bemalt.»

Diese Wohnung ist auch im Gedächtnis von Kunstvermittler Urs Sibler haften geblieben: «Die Wohnung machte grossen Eindruck auf mich – als begehbares Kunstwerk.» Sibler beschreibt die Malerin und Performerin als so bescheiden wie spielfreudig. «Sie war stets sie selbst – eine feine und edle Person in einer bunten Hülle. Es war eine Freude, ihr zu begegnen.»

Bild: PD

Freiheitsliebend und herzensgut

Irma Stadelmanns Sohn Oswald nennt seine Mutter auch eine Philosophin. Bei ihren Vernissagen sei sie aufgeblüht. «Sie war ein sehr emotionaler, ein sehr freiheitsliebender und ein herzensguter Mensch.» Oswald Stadelmann denkt hier auch an den Einsatz seiner Mutter für die Gassenküche. Die letzten Tage mit seiner Mutter seien noch sehr bereichernd gewesen. Und: «Mit dem Schwächerwerden flogen die Ängste weg. Sie hatte einen schönen Tod.»