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Performance beim Löwendenkmal: Irrlichternde Bilder um den Tod, aber auch das Leben

Performerin Lilian Frei setzt beim Löwendenkmal das Thema Krieg in Bildern um. Sängerin Saadet Türköz braucht nur ihre Stimme dafür.
Susanne Holz
Die Performance vor dem Löwendenkmal thematisierte auch den Krieg in Familien und Beziehungen. (Bild: Annick Bosson / PD, 14. September 2019)

Die Performance vor dem Löwendenkmal thematisierte auch den Krieg in Familien und Beziehungen. (Bild: Annick Bosson / PD, 14. September 2019)

Eine Performance beim Löwendenkmal lebt schon durch die vielen Touristen aus Fernost. Pärchen und Familien aus Asien, die – aufgescheucht und tendenziell ratlos – ihre Handys zücken und für einmal nicht nur den aus dem Fels gehauenen sterbenden Löwen fotografieren, sondern sich plötzlich auch in der Pflicht sehen, eine eigenwillige Szenerie mit Ruderboot, Feuer und Totentanz im Bild festzuhalten.

So geschehen am frühen Samstagabend, als beim Luzerner Löwendenkmal die vorerst letzte Performance im Rahmen der «L 21 Kunstinterventionen» anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums des Denkmals im Jahr 2021 über die pittoreske Bühne ging. «In bocca al leone (im Maul des Löwen) – ohne Frauen kein Krieg», so war die inszenierte Performance der Zürcher Künstlerin Lilian Frei betitelt.

«Ich habe getan, was du fürchtest zu tun»

Auf dem Weiher unter dem Löwen rudert ein Mann einsam übers Wasser, über das dank Künstler Nicola Colombo schön und traurig der Nebel zieht. Zugleich lodert Feuer auf dem Wasser. Am Rand des Weihers stehen sich Frauen in schwarzen Regencapes und Männer in gelben Regencapes gegenüber und skandieren: «Ich war dort, wo du fürchtest zu sein. Ich habe gesehen, was du fürchtest zu sehen. Ich habe getan, was du fürchtest zu tun.»

Ein Klagelied, das Trauer und Kraft in sich vereint

Lilian Frei wird später erklären, dass das Sätze unbekannter Herkunft sind, eingemeisselt unter eine Kopie des Löwendenkmals in Colorado. Auf das Skandieren folgt ein Totentanz um ein Skelett mit goldenem Cape. Frauen verbiegen sich, während das Boot übers Wasser gleitet.

«Ein Totentanz», sagt Lilian Frei nach der einstündigen Performance, «aber auch das Leben sollte zelebriert werden.» Man habe mit diesen Bildern das Entstehen von Krieg zeigen wollen, der zwischen den Geschlechtern oder in Familien ausbricht. Der Star des Abends aber ist die kasachisch-türkische Sängerin Saadet Türköz, die mit ihrem ausdrucksstarken Klagelied so viel an Trauer und Kraft vermittelt wie alle Bilder zusammen.

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