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Gaffigan gibt Dirigentenstab des Luzerner Sinfonieorchesters ab

James Gaffigan und das Luzerner Sinfonieorchester geben bekannt, dass Gaffigans Vertrag als Chefdirigent nicht mehr verlängert wird. Dieser dauert bis zur Saison 2020/2021. Nun plant die Orchesterleitung seine Nachfolge.
Urs Mattenberger
James Gaffigan gibt den Dirigentenstab ab. (Bild: Jakob Ineichen)

James Gaffigan gibt den Dirigentenstab ab. (Bild: Jakob Ineichen)

Mit dem Titel «Auftakt zum grossen Finale» überschreibt das Luzerner Sinfonieorchester die Medienmitteilung zum Chefdirigentenvertrag mit James Gaffigan. Sie kündigt an, dass die nächsten beiden Spielzeiten seine Ära komplettieren werden. Und dass sein Vertrag «wie geplant bis Ende der Saison 2020/21» läuft. Woraus man schliessen kann: Er wird nicht verlängert.

Das bildet eine markante Zäsur in der jüngeren Geschichte des Orchesters, ist aber an sich keine Überraschung. James Gaffigan hat die Stelle in Luzern im Jahr 2010 angetreten, und er wird bis 2021 über ein Jahrzehnt Chefdirigent in Luzern gewesen sein. Das ist im heutigen Orchesterbetrieb eine lange Zeit. Angesichts seiner internationalen Erfolge als Gast an Opernhäusern und bei renommierten Orchestern war es eher überraschend, dass Gaffigan im Jahr 2015 seinen Vertrag in Luzern nochmals verlängerte.

«Entscheid gemeinsam gefällt»

Erstaunlich ist jetzt eher, dass die Medienmitteilung die Formulierung umgeht, dass der auslaufende Vertrag nicht verlängert wird. Welche Seite wollte nicht verlängern, und gab es Ereignisse, die gegen eine Verlängerung der überaus erfolgreichen Zusammenarbeit sprachen?

«Nein, das ist überhaupt nicht der Fall», sagt Intendant Numa Bischof Ullmann kategorisch. «Der Entscheid wurde in gemeinsamen Gesprächen einvernehmlich gefällt. Wir werden das in den verbleibenden zwei Spielzeiten mit Programmen beweisen, wir werden noch einen Zacken zulegen», sagt er lachend. «Aber es war immer schon klar, dass irgendeinmal der Zeitpunkt kommt, wo Gaffigan und das Orchester wieder getrennte Wege gehen würden. Wir waren uns einig, dass wir nicht warten wollten, bis sich erste Ermüdungserscheinungen zeigen, die mit der Zeit fast unvermeidlich sind.»

Die frühzeitige Kommunikation ermögliche zudem eine rechtzeitige Nachfolgeplanung für die Chefdirigenten-Position.

Bischof betont denn auch zu Recht, dass Gaffigans Zeit in Luzern als Erfolgsära in der Geschichte des Orchester eingehen werde. Der Amerikaner hat namentlich die Erweiterung hin zu einem grossorchestralen Repertoire erfolgreich vorangetrieben, für die Bischof die wirtschaftlichen Voraussetzungen schuf. Durch Tourneen in Europa, Asien, Südamerika und den USA hat er das Orchester zudem international positioniert. In Gaffigans letzten beiden Jahren in Luzern stehen weitere Ausnahmeprojekte an. Dazu kommen internationale Tourneen etwa das Ravinia Festival in Chicago, zu dem das LSO als bislang einziges Schweizer Orchester eingeladen wurde.

Die 214. Konzertsaison des Luzerner Sinfonieorchesters beginnt am 16. Oktober mit zwei Sinfoniekonzerten von Bruckner und Brahms unter Gaffigans Leitung. -Gaffigan ist 1979 in New York geboren. Er hatte in Luzern die Nachfolge des Texaners John Axelrod angetreten.

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