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Klub der jungen Dichter:
Liebe lässt sich nicht behindern

Janina Stalder aus Pfaffnau erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie eine Liebe eine dramatische Wendung erfährt.
Janina Stalder

Ich bin Sandra, bin 26 Jahre alt. Feuer und Flamme bin ich für meinen schwerbehinderten Mann Gregor. Wir haben heute unseren 4. Hochzeitstag. Aber wir erzählen die Geschichte jetzt von vorne.

Janina Stalder, Pfaffnau, 2. Sek

Janina Stalder, Pfaffnau, 2. Sek

An einem Wintermorgen gehe ich, warm eingepackt, in die Schule. Wir, die 5. Klasse aus Hamburg, wussten, dass heute ein neuer Schüler aus Hannover kommt. Ich weiss noch, wie ich gelangweilt neben meiner besten Freundin Steffi sass. Als es an der Tür klopfte und der Schulleiter, Herr Peterson, vor der Tür stand. Hinter ihm kam ein grosser Junge hervor mit blonden langen Haaren und Zahnspange. Man konnte behaupten, dass es der Traumjunge von jedem Mädchen ist. Leise tappte er, der Neue, in die Klasse. Ich weiss noch, Herr Peterson plauderte was. Aber Gregors erstes Wort, das weiss ich noch genau.

«Hi», sagte er an diesem Tag mit gesenktem Kopf und zittriger Stimme. Darauf sagte Frau Hilfiger, unsere Kassenlehrperson: «Erzähl doch mal etwas über dich.» Er fing an zu reden: «Also ich bin Gregor und liebe es zu singen und tanzen.» Mit einem erstaunten Blick schaute ich ihn an, denn welcher Junge singt und tanzt freiwillig, dachte ich mir.

So fing das alles an. Wir trafen uns jeden Tag nach der Schule, um die Hausaufgaben miteinander zu machen. Wir entdeckten auch unsere neue Leidenschaft, das Lesen. Somit wurde auch viel gelesen. Als wir einmal an einem schönen Abend spazieren gingen, nahm er meine Hand und sagte: «Bist du mein Mädchen für immer?» Strahlend bejahte ich, und der Abend verging noch sehr schön, und ich war überglücklich.

Als er an meinem 22. Geburtstag um meine Hand anhielt, stellte er mir die Frage aller Fragen. Natürlich sagte ich Ja und brach in Tränen aus. Doch daraufhin kam das Unglaublichste: Er hatte schon alles organisiert. Er hat bis auf das Brautkleid alles selber auf die Beine gestellt. Für das Brautkleid gab er mir 2000 €, die er extra gespart hat.

Ein Monat verging ...

Mit feuchten Augen stand ich mit meinem Vater vor dem Altar. Auch Gregor hatte Tränen in den Augen. Wir hatten eine wunderschöne Trauung und einen schönen Abend bis zu dem Zeitpunkt, als Gregor bei dem Spiel, die Braut- Entführung, einen Unfall mit einem Lastwagen hatte. Er kam mit schwersten Verletzungen in die Klinik und als schwerbehinderten Mann wieder raus. Es hiess, in guten wie in schlechten Zeiten. Dass die schlechten Zeiten so schnell kommen werden, hätten wir nie gedacht! Aber Gregor lebt, und das ist das Wichtigste. Also pflegte ich Gregor. Ich sage heute immer: Ich liebe diesen Mann mehr als alles andere auf der Welt, dies mit Tränen in den Augen. Denn Gregor muss alles neu lernen. Er kann nicht mehr alleine vor die Tür. Heute vor einem Monat, an meinem 26. Geburtstag, kam Gregors Bruder zu uns und hat Gregor geholfen, einen zweiten Hochzeitsantrag zu machen, wie vor vier Jahren. Es war kurz still, und daraufhin sagte ich natürlich Ja. Eins kann ich euch sagen, der Antrag war noch schöner als der Antrag vor vier Jahren.

Ein Monat später:

Erneut mit Tränen in den Augen lief ich zum Altar und beantwortete die Frage mit einem Ja. Wir hatten eine wunderschöne Hochzeit. Es war alles perfekt.

Das Leben mit Gregor:

Gregor hat viel in den letzten Jahren gelernt, das er mittlerweile schon alleine reden, essen und trinken kann. Egal, wie heftig uns das Schicksal getroffen hat. Die Liebe zwischen uns hat dies nicht beeinflusst. Im Gegenteil, wir sind an dieser Herausforderung gewachsen. Was in den nächsten Jahren passiert, bleibt offen. Und eines bin ich mir sicher, Gregor ist mein Traummann.

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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