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Klub der jungen Dichter:
Das fliegende Boot

Joel Erni aus Grossdietwil erzählt im "Klub der jungen Dichter" von einer spektakulären Rettungsaktion in der freien Natur.
Joel Erni

Nachts um halb vier schreckte ich hoch. Und mir wurde klar, dass ich tief im Schlamassel steckte.

Joel Erni, Grossdietwil, 5./6. Primar.

Joel Erni, Grossdietwil, 5./6. Primar.

Einen Tag zuvor: Ich, Förster Josef Müller, lebte in einem Waldhaus mitten im Buchwald. Es war ein grosser Wald, ein Lebensraum für viele Tiere. Die Tiere liebten mich, und ich gab ihnen regelmässig Futter. In der Trockenzeit gab ich ihnen auch Wasser. Wie jeden Morgen drehte ich meine Runde im Wald, dabei schaute ich, ob die Tiere noch frisches Wasser und Futter hatten.

Nach einer halben Stunde sah ich am Wegrand ein paar Touristen. Es war selten, dass Touristen in den Wald kamen, und ich begrüsste sie. Sie sprachen Deutsch und fragten, ob sie hier ein Feuer machen könnten. Ich sagte, in der Trockenzeit dürften sie nicht wegen grosser Waldbrandgefahr. Wir plauderten noch ein bisschen, und sie gingen weiter. Ich dachte: «Die meinen ernsthaft, die können mitten in der Trockenzeit ein Feuer machen. Nach meinem ausgesprochenen Feuerverbot sagten sie, sie könnten ja im Fluss Feuer machen auf einem Floss. Es gibt komische Leute, welche die Natur nicht verstehen.»

Ich lachte und setzte meine Runde fort. An einem Baum sah ich Kratzspuren wahrscheinlich von einem Rehbock oder einem Bären. Verwundert und genau sah ich sie und stellte fest, dass es wahrscheinlich Bärenspuren waren. Am Abend sah ich, dass alle Vögel aufflogen und wild umherkrächzten und laut zwitscherten. Ich machte mir nichts daraus, ass etwas und ging schlafen.

Ich schreckte auf, es muss etwa halb vier gewesen sein, und ich sah, dass der Wald rund um meine Hütte brannte und der grosse Kiesplatz voller Rehe, Füchse, Dachse und anderen Tieren war. Sofort sprang ich raus und sah, dass aus dem Feuer ein Bär kam, der sich auf dem Kiesplatz die Flammen abwälzte. Alle Tiere standen unter Schock und sprangen wild durcheinander. «Ich muss die Feuerwehr rufen», ich rannte ins Haus, nahm das Telefon und tippte 118, dabei sah ich, wie der Telefonmast umkippte und verbrannte. «Scheisse!», rief ich und rannte nach draussen um zu sehen, ob es einen Ausweg gab. Plötzlich hatte ich eine Idee: «In meinem Schuppen liegt noch ein Boot, gross genug für alle.» Ich rief die Vögel mit einem speziellen Ruf zu mir und sagte allen Bescheid, denn ich konnte mit den Tieren sprechen. Ich holte Seile und das Boot aus dem Schuppen. Alle Vögel mussten sich ein Seil um den Bauch binden lassen, und dann ging es los. Die Vögel flogen hoch, und die Tiere mussten ganz schnell ins Boot, auch der Bär sollte mitkommen, aber er schaute immer zu den brennenden Büschen. Ich dachte, dass er Angst hat, aber plötzlich bemerkte ich, dass es eine Bärin war und sie Milch gab. Mir wurde klar, dass sie Junge hatte.

Das Boot hob ab, und ich sah in einer Lichtung, die noch nicht brannte, zwei Bärenjunge, die vor Angst zitterten. Ich gab den Vögeln die Anweisung, runterzufliegen, aber sie kamen nur etwa fünf Meter zum Boden heran, weil es so heiss war. Ich überlegte. Und mir fiel ein, dass ich Seile herunterlassen konnte, wo die Bären sich daran festklammern konnten. So machte ich es, und kurze Zeit später waren alle auf dem Boot. Wir flogen über den ganzen Wald bis zum Waldrand und landeten dort. Traurig sahen wir zu, bis das Feuer den Wald verbrannte, und alle weinten.

Nach ein paar Tagen haben wir einen neuen Wald entdeckt: den Mühlenwald. Er war fast so schön wie der Buchwald, und ich beschloss, dass der Wald ein touristenfreies Gebiet wird, weil ich glaube, dass die Touristen trotz meines Verbots doch Feuer machten.

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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