Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

JUBILÄUM: Lucky Luke – ein höflicher Cowboy im Wilden Westen

Auch im hohen Alter kann Lucky Luke die Pistole noch schneller ziehen als sein Schatten. In diesen Tagen kann er seinen siebzigsten Geburtstag feiern.
Schafft ohne Blutvergiessen ein Minimum an Ordnung im Wilden Westen: Lucky Luke. (Bild: PD)

Schafft ohne Blutvergiessen ein Minimum an Ordnung im Wilden Westen: Lucky Luke. (Bild: PD)

Das Schöne an diesen Comic-Helden ist ja, dass sie niemals älter werden. Und dass sie so ein stattliches Alter erreichen können. Lucky Luke zum Beispiel, der Mann, der schneller schiesst als sein Schatten, wird siebzig. Ans Altersheim denkt er nicht, im Gegenteil: ­Seine Schöpfer sind gestorben, Lucky Luke aber lebt – samt Jolly Jumper, seinem sprechenden Pferd. Und samt den Dalton-Brüdern mit ihrer Mutter.

Zur Welt gekommen ist der humorvolle Cowboy Mitte November 1946 im Magazin ­«Spirou Almanach 1947». Bis 1955 ist sein belgischer Zeichner Maurice De Bevere (Morris) auch verantwortlich für die Texte, die dann bis zu seinem Tod 1977 René ­Goscinny übernimmt. Morris stirbt 2001, der Zeichner Achdé übernimmt, die Texte stammen derzeit von Laurent Gerra. Dass gerade Belgiens Lucky Lukes Geburtsland wird, ist kein Zufall. Hier begründet 1929 ein gewisser Georges Remi alias Hergé mit «Tintin» alias «Tim und Struppi» eine grosse Tradition.

Hat weder Familie noch ein Haus

Lucky Luke ist zwar ein einsamer Cowboy, er hat weder Familie noch Haus. Aber ein Kind von Traurigkeit ist er deswegen nicht. Und, man muss es anerkennend feststellen: Der Mann hat Stil. Einmal trifft er die alte Ma Dalton und hilft ihr höflichst über die Strasse, bevor sie ihre Einkäufe erledigt – mit der Pistole in der Hand. Sie habe Lucky Luke getroffen, schreibt sie ihren Söhnen Joe, William, Jack und Averell ins Gefängnis und mahnt: «Bleibt brav, zieht euch warm an, wenn ihr ausbrecht, und esst tüchtig.» Das mit dem Ausbrechen lassen sich die vier nicht zweimal sagen.

Jolly Jumper findet zwar, ­Lucky solle sich nicht ständig in fremder Leute Angelegenheiten mischen. Doch diesbezüglich ist dieser Cowboy ein guter Staatsbürger: Hat er einen Auftrag, erfüllt er ihn auch. Bittet ihn der Gefängnisdirektor also, seinen dämlichen Hund Ratanplan zu suchen, dann findet er ihn auch – samt den Daltons, an deren zappeligen Jüngsten das Tier gekettet ist. «Kommt raus!», fordert er sie auf. «Ich will nicht, dass eure Mutter da hineingezogen wird.»

Ja, Lucky Luke ist und bleibt ein höflicher Mensch. Mit lockerer Geste sorgt er für ein Minimum an Ordnung. Blut fliesst nie, nur Gläser gehen zu Bruch. Doch halt: Im Jubiläums-Lucky-Luke-Band liegt ein Mann auf der Hauptstrasse von Froggy Town. Der Schütze prahlt: «Haha. Ich habe die Legende getötet. Ich habe Lucky Luke erschossen.»

Er war vor den Western da

Lucky Luke wird erfunden, bevor die grossen Western gedreht werden. Trotzdem ist er ohne den Film nicht zu denken: Den Namen verdankt er vermutlich einer Stummfilmkomödie mit Harold Lloyd und das Äussere ganz eindeutig Gary Cooper.

Rolf App

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.