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Klub der jungen Dichter:
Der Überfall

Kai Syfrig aus Baldegg erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie ein Zeuge gleich zweimal eine schwierige Frage beantworten muss.
Kai Syfrig

Nachts um halb vier schreckte ich hoch, und mir wurde klar, dass ich tief im Schlamassel stecke. Als ich gestern morgen einkaufen ging und nachher wieder nach Hause gehen wollte, traf ich auf einen Mann, der mit einem Messer eine Frau bedrohte. Er verlangte Geld von ihr und drückte die Messerklinge immer mehr an ihren Hals. Als ich das sah, rannte ich sofort weg.

Kai Syfrig, Baldegg, 6. Primar.

Kai Syfrig, Baldegg, 6. Primar.

Doch plötzlich schrie er: «Stop!» Ich hielt an und sah ihm zitternd in die Augen. Er sagte: «Wenn du nur etwas zur Polizei oder egal wem sagst, töte ich dich, okay?», ich sagte stockend: «Ja.» Er liess die Frau los, nachdem sie ihm einen dicken Haufen Scheine in die Hand gedrückt hatte. Dann stieg er in einen schwarzen Wagen ohne Nummernschild und fuhr mit einem Karacho durch die Gassen. Ich fragte die Frau, ob alles mit ihr okay sei. Sie sagte «Ja» und rief per Handy die Polizei an. Mir wurde ein bisschen mulmig, doch ich dachte positiv. Wenn der Kerl hinter Gittern ist, kann er mir eh kein einziges Haar krümmen. Doch was würde passieren, wenn er mich noch töten könnte, bevor ihn die Polizei erwischt?

Ich beschloss, mir keine Sorgen zu machen und einfach weiterzuschlafen. Aber ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Ich ging kurz an mein Handy, um die Zeitung zu lesen. Aber sie ist immer noch gleich wie gestern. Darin steht, dass der Täter noch nicht geschnappt worden ist und die Polizei immer noch nach Hinweisen sucht.

Es gab zwei Möglichkeiten, die erste wäre: Ich rufe die Polizei an und gebe ihnen Hinweise, so wird der Täter vielleicht schneller geschnappt. Die zweite wäre: Ich schweige, so wie es der Täter gesagt hat, und hoffe, dass ich nicht niedergestochen werde. Ich beschloss die erste zu nehmen und rief die Polizei an. Nach dem Telefonat über die Grösse, das Aussehen usw. fühlte ich mich grandios, und ich schlief mit einem guten Gewissen ein.

Am nächsten Tag stieg ich aus dem Bett und ging zum Briefkasten. Als ich die Zeitung sah, kippte ich fast um vor Glück. Darin stand, dass der Täter geschnappt worden ist. Aber nicht nur das war zu feiern, sondern auch, dass ich heute meinen Laptop öffnete und da stand, dass ich 15 000 Franken wegen Beihilfe zu den Ermittlungen bekommen würde.

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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