Kammermusik unterm Himmelszelt: Das Stradivarifest in Gersau kann stattfinden

Das Stradivarifest Gersau wartet mit aussergewöhnlichen Aufführungsorten und einem vielseitigen Spielplan auf.

Gerda Neunhoeffer
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Den besonderen Reiz des Festivals macht unter anderem auch der stimmungsvolle Rahmen im Freien aus – im Bild das Stradivari Quartett vor der Kindli Kapelle in Gersau 2019.

Den besonderen Reiz des Festivals macht unter anderem auch der stimmungsvolle Rahmen im Freien aus – im Bild das Stradivari Quartett vor der Kindli Kapelle in Gersau 2019.

Bild: Nadia Schärli (25. Juli 2019)

Es ist eine der schönen Nachrichten dieses Sommers in Coronazeiten: Es kann stattfinden, das jährliche Stradivarifest Gersau. Natürlich mit den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen. Und wenn das Wetter vom 22. bis 26. Juli, wie meist um diese Jahreszeit, mitspielt, gibt es dieses Jahr vier Konzerte unter freiem Himmel.

Zum sechsten Mal findet das Kammermusikfestival am Vierwaldstättersee rund um Gersau statt. Von Anfang an gab es Konzerte auf der Seebühne Gersau, 2017 kam ein Konzert auf dem Nauen dazu. Letztes Jahr war das Kerzenlichtkonzert bei der Kindli Kapelle Gersau neu, und dieses Jahr wird zum ersten Mal zusätzlich im Parkhotel Vitznau musiziert. Bei schönem Wetter findet das Konzert dort im Garten statt. Aber nicht nur die Spielstätten sind besonders und vielseitig, sondern auch die Besetzungen. Sie reichen vom Solo-Cello bis zum Septett.

Aus dem Archiv: Das Stradivari Quartett im Sommer 2019

Aus dem Archiv: Das Stradivari Quartett im Sommer 2019

Bild: Nadia Schärli (25. Juli 2019)

Auftakt im Mythensaal

Beim Eröffnungskonzert, dem Mythenkonzert am 22. Juli um 19 Uhr im Mythensaal des Seehotels Waldstätterhof Brunnen, bleibt das Stradivari Quartett unter sich. Allerdings mit einem neuen Mitglied. Sebastian Bohren hat im Juni sein letztes Konzert als zweiter Geiger in Bad Ragaz gespielt. Er bleibt dem Quartett aber auch weiterhin erhalten: So wird er beim Abschlusskonzert in Gersau als Bratschist mitwirken. Seinen Platz im Quartett nimmt nun Maya Kadosh ein. Sie ist Stimmführerin der zweiten Violine in der Philharmonia Zürich, in der Xiaoming Wang, Primgeiger des Stradivari Quartetts, Konzertmeister ist.

Im Mythenkonzert werden Streichquartette von Mendelssohn und Beethoven erklingen, in Vitznau am 24. Juli um 19 Uhr Streichquartette von Hugo Wolf, Joseph Haydn und Erwin Schulhoff. Die Cellistin und Initiatorin des Stradivarifestes, Maja Weber, wird zwei Solo-Suiten von Johann Sebastian Bach beim Kerzenlichtkonzert vor oder in der Kindli Kapelle spielen. Dieses Solokonzert findet am Donnerstag, 23. Juli, um 21 Uhr statt. Speziell wird dann die Fahrt mit dem Nauen am Samstag, 25.  Juli, um 11 Uhr. Der Hornist Olivier Darbellay aus Bern wird mit dem Quartett Musik für Alphorn und Streicher spielen. Er ist auch schon am Lucerne Festival und vielen anderen Festivals wie in Verbier, Gstaad oder Boswil aufgetreten. Zusammen mit dem Klarinettisten Reto Bieri, dem Fagottisten Pol Centelles, dem Kontrabassisten Petar Naydenov vom Luzerner Sinfonieorchester und den Streichern vom Stradivari Quartett wird er dann am Samstagabend im Septett von Beethoven zu hören sein. Und zwar um 20 Uhr auf der Seebühne, die jeweils mit malerischen Abendstimmungen und Blick über den See zum Konzertgenuss beiträgt. Falls das Wetter nicht mitmachen sollte, wird das Konzert in die Kirche St.Marzellus verlegt.

Dort wird auch das Abschlusskonzert am Sonntag um 17 Uhr stattfinden. Da wird Sebastian Bohren zusammen mit Xiaoming Wang, Maya Kadosh, Lech Antonio Uszynski und Maja Weber Mozarts Streichquintett musizieren. Ausserdem ist Olivier Darbellay noch einmal in Mozarts Hornquintett zu hören. Vielseitiger kann ein Festival mit sechs Konzerten in fünf Tagen wohl kaum sein. Es gibt noch Karten, aufgrund der Coronabestimmungen, aber nur mit Anmeldung.

Karten und Infos unter www.majaweber.com/stradivarifest