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KAMMERMUSIKFESTIVAL: Das sensible Zusammenspiel begeisterte

Mit «klassischen Perlen» eröffneten die Klang-Musiktage ihr 10-Jahr-Jubiläum.Und boten dabei viel mehr als galante Unterhaltung.
Vier Streicher plus eine Klarinette gleich virtuose Spielfreude: Fabio di Casola (Mitte) und das Leipziger Streichquartett. (Bild: Pius Amrein)

Vier Streicher plus eine Klarinette gleich virtuose Spielfreude: Fabio di Casola (Mitte) und das Leipziger Streichquartett. (Bild: Pius Amrein)

Gerda Neunhoeffer

Festtagsstimmung, prachtvoller Blumenschmuck im Saal, erwartungsvolles Murmeln der etwa hundert Besucher und ganz persönlich die Begrüssung von Geschäftsführer Roland Meier und dem künstlerischen Leiter und Klarinettisten Fabio di Casola: Die Klang-Musiktage auf Schloss Meggenhorn feiern ihr 10-Jahr-Jubiläum.

Zu Unrecht unbekannt

Das Eröffnungskonzert der «Klassischen Perlen» am Samstag begann mit dem Klarinettenquintett B-Dur des zu Unrecht weitgehend unbekannten Komponisten Franz Krommer (1759–1831). Denn was da vor allem im ersten Satz an melodischen Einfällen, überraschenden Harmoniewechseln und sprunghaften Stimmungen erklang, faszinierte.

Es bot Fabio di Casola und dem Leipziger Streichquartett (Conrad Muck und Tilman Büning, Violinen, Ivo Bauer, Viola, und Matthias Moosdorf, Cello) viel Stoff, um ihr Spiel lustvoll auf die Spitze zu treiben. Da wanderten die Triller von den Violinen zur Klarinette stürmisch hin und her, da lösten sich frech spritzige Phrasen in elegisch angehauchte Klänge. Und kaum hatte man sich eingehört, kam schon wieder Neues.

Die anderen Sätze waren in sich geschlossener. Das Adagio lebte von wiegenden Melodien, die sich durch alle Instrumente zogen, das Minuetto wurde innig ausgespielt, das Allegro beeindruckte durch rasante Virtuosität. Dass di Casola die halsbrecherischen Läufe bis in die Höhe im Piano auslaufen liess, war meisterlich. Die Staccato-Akkorde der Streicher gaben tänzerische Impulse.

Ist das Streichquartett eine «galante Unterhaltung»? Das meinte Goethe, erläuterte Matthias Moosdorf in seiner kurzen Einführung zu Haydn. Und die Leipziger führten nicht nur eine musikalische «Unterhaltung», sie spielten Haydns Streichquartett G-Dur op. 1/4 mit geschmeidiger Wendigkeit und Klangdichte. Da kam das Presto schnell daher, das erste Menuett wurde wie ein Ländler musiziert, und im Adagio verliess Tilman Büning die Bühne und spielte die Echos aus dem Hintergrund des Saales, was den Raumklang fein auffächerte. Im zweiten Menuett überwogen Frische und Leichtigkeit, und das abschliessende Presto lebte von impulsiver Frische und zupackendem Tempo.

Ideale Interpreten

Mozarts berühmtes Klarinettenquintett A-Dur fand in Fabio di Casola und dem Leipziger Streichquartett, dessen Mitglieder auch im Lucerne Festival Orchestra spielen, ideale Interpreten.

Wie flexibel sie sind, zeigte sich auch, als nun Tilman Büning die erste Violine spielte und Conrad Muck die zweite. Fabio di Casola hatte, wie schon bei Krom­mer, seinen Platz zwischen den Streichern, was sensible Tongebung und intensives Zusammenspiel verstärkte. Der schmelzende Klang und die Ruhe im Larghetto bezauberten. Und wie Ivo Bauer die Melodien in den Variationen auskostete, wie sich der Klang aller In­strumente ineinanderrankte,begeisterte.

Die Zugabe, das Menuetto Capriccio Presto aus dem Klarinettenquintett von Carl Maria von Weber, setzte den schmissigen Schluss, in dem sich die Musiker nochmals in Spielfreude und leichtgängiger Virtuosität übertrafen.

Machbarkeit bestätigt

Mit süssen Geschenken wurde man entlassen oder blieb noch zu Apéro und 3-Gang-Menü, um den Abend stilvoll ausklingen zu lassen. Das 10-Jahr-Jubiläum wurde am Ende nochmals gebührend gefeiert: Es ist das Gesamtkonzept, das die Klang-Musiktage Meggen zu etwas Besonderem machen.

Und dass dieses Konzept aus einer Diplomarbeit (Claudia Etter, Roland Meier und Gérald Richter) in Kulturmanagement entstand, welche die Machbarkeit des Festivals zwischen Weihnachten und Neujahr auf Schloss Meggenhorn überprüfte und für machbar einstufte, liess den einstigen Traum von Roland Meier und Fabio di Casola mit Hilfe der Gemeinde Meggen Realität werden. Dass es sich so gut entwickelte und noch die sommerlichen Konzerte dazukamen, hatte wohl niemand erwartet. Man kann auf die weiteren Festivals gespannt sein: Der Rahmen für Kammermusik ist in Meggen einzigartig.

Hinweis

Weitere Konzerte noch heute bis Mittwoch, jeweils um 17.45 Uhr. Infos unter www.klang.ch

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