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Blue Balls: Keb‘ Mo denkt über die Welt nach – auch in Luzern

Mit seinem Album «Oklahoma» fügt Keb‘ Mo zehn innige Tracks zu seiner souligen Blues-Diskographie. Am Sonntag 21.7. auch live am Blue Balls.
Pirmin Bossart
Keb’ Mo (rechts) bei seinem Blue-Balls-Auftritt 2017 mit Taj Mahal (links). (Bild: Eveline Beerkircher, KKL, 23. Juli 2017)

Keb’ Mo (rechts) bei seinem Blue-Balls-Auftritt 2017 mit Taj Mahal (links). (Bild: Eveline Beerkircher, KKL, 23. Juli 2017)

1996 trat Keb‘ Mo erstmals in Luzern auf. Zusammen mit Acts wie John Hammond, Duke Robillard, Lonnie Brooks und Mississippi Heat bildete er das Line-up der zweiten Ausgabe des Lucerne Blues Festivals im Rollerpalast. Damals war er hierzulande weitgehend unbekannt. Heute gehört er weltweit zu den etablierten Vertretern der amerikanischen Roots-Musik.

Keb‘ Mo, der mit Musikerinnen und Musikern wie Bonnie Raitt, Jackson Brown, Cassandra Wilson, Buddy Guy, Amy Grant, Solomon Burke oder Little Milton gearbeitet hat, wurde mit vier Grammy Awards ausgezeichnet, unter anderem für sein Album «TajMo», das er 2017 mit dem Blueser und Singer Songwriter Taj Mahal eingespielt hatte. Die beiden Roots-Koryphäen traten im gleichen Jahr auch am Blue Balls auf. Schon 2008 war Keb‘ Mo mit der Robert Cray Band am Blue Balls zu hören.

Nun steht er erneut auf der Blue Balls-Bühne. Im Gepäck hat er sein neues und 14. Studioalbum «Oklahoma». Eigentlich wollte Keb‘ Mo ein rein akustisches Album aufnehmen. Aber im Verlauf der Arbeiten kamen neue Ideen und Inputs dazu. Und vor allem weitere Musiker. Das hat das Album abwechslungsreicher gemacht.

Die seelenvolle Stimme macht es aus

Es fehlen nicht die stampfenden Blues-Nummern («Ridin On A Train», «I Should’ve») oder entspannt groovenden Stücke wie «I Remember You» und «Cold Outside». Doch auch auf «Oklahoma» ist es die sanfte und seelenvolle Stimme von Keb‘ Mo, sein erdiges Feeling und sein tadelloses Gitarrenspiel, die der Musik den Stempel aufdrücken. Ein musikalischer Höhepunkt ist das Titelstück mit dem Violinisten Andy Leftwich und dem Lap-Steel-Gitarristen Robert Randolph, dessen meisterliches Gejaule die Atmosphäre des Stücks unterstreicht.

Auf «Put A Woman In Charge» gesellen sich die Sängerin Rosanne Cash, eine soulige Bläser-Section und vier Backing-Vocals-Sängerinnen dazu. Das Stück ist eine Hymne an die Frauen. «The time has come/We’ve got to turn this world around/Call the mothers/Call the daughters/We need the sisters of mercy now.»

Die weibliche Energie würde seinem Land, so wie es zurzeit funktioniere, gut tun, sagte Keb‘ Mo in einem Interview. Dass er dabei an das Wirken Donald Trumps denkt, liegt auf der Hand. «Here we are standing on the brink of disaster/enough is enough is enough, I know the answer – put a woman in charge!», heisst es im Song.

In anderen Songs lässt Keb‘ Mo seine Gedanken zur Migration («This Is My Home») und zur Umweltsituation einfliessen. «A fish can't swim and a bird can't sing if they're stuck in the holes of a six pack ring», singt er in «Don’t Throw It Away». Taj Mahal spielt darauf Bass und bläst die Mundharmonika, auch eine Mandoline ist zu hören. Das Album beschliesst die soulige und schmalzig orchestrierte Liebesballade «Beautiful Music», auf der sich Keb‘ Mo und seine Frau Robbie Brooks Moore den Gesang teilen. Auch das muss sein.

Keb‘ Mo: Oklahoma, Concord/Universal, 2019

Sonntag, 21. Juli, 20 Uhr, Konzertsaal KKL; www.blueballs.ch

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