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Eleonora Savini am Erlebnistag des Lucerne Festival: «Kinder sind Teil der Show»

Eleonora Savini bringt Kindern Theater und Klassik näher. Am Erlebnistag des Festivals tut sie es erstmals mit einer eigenen Produktion.
Interview: Roman Kühne

Die «furzende» Posaune war für die Kinder sicher der Höhepunkt. Da stolziert die Geige über die Bühne, eine Diva, die stolz und eingebildet gerne über andere gebieten würde. Aber eben, wenn nur die furzende Posaune nicht wäre, die ständig dazwischenfunkt und Glanz und die Eitelkeit zunichte macht. Im letzten Jahr war die Wiederaufnahme des Stückes «Heroïca» ein Kinderhit. Auffallende Hauptakteurin war die Italienerin Eleonora Savini. Nun kommt sie erstmals mit einem eigenen Kinderstück nach Luzern. «Pizz’n’Zip» ist der Name des quirligen Theaters. Damit wird der Erlebnistag des Lucerne Festivals (siehe Kasten) mit einem «poetischen, witzigen und nachdenklichen Musikstück für Kinder und Erwachsene» bereichert.

Zusammen mit ihrer Mitmusikerin Federica Vecchio und dem Regisseur Pietro Gaudioso ist Savini in Rom seit Wochen am Proben. Und das ziemlich intensiv. Zum vereinbarten Gesprächstermin wird der Journalist gebeten, doch in einer halben Stunde noch einmal anzurufen, da man «gerade mittendrin stecke».

Sie kommen regelmässig an das Lucerne Festival. Woher kommt diese «Beziehung»?

Eleonora Savini: Ich durfte 2012 und 2013 bei der Academy mitwirken. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Vor allem die Begegnung mit Philippe Manoury und seinem Stück «Strange Ritual for Ensemble» war ein Schlüsselerlebnis. Es war beeindruckend, wie er sein Stück erklärte, so lebendig und intensiv. Man konnte richtig fühlen, wie er denkt, wie er das Stück auf die Welt bringt.

Heute machen Sie aber vor allem Musiktheater.

Ich hatte immer Lehrer, die viel Wert auf die Kommunikation der Musik legten. Gerade in der Moderne ist dies essenziell. Ich lernte so früh, meine Töne auch mit dem Körper zu erklären. Solche Auftritte haben eine ganz andere Kraft. Wenn ich musiziere und schauspielere, bin ich dem Publikum viel näher, der Kontakt ist ganz unmittelbar. Aber man muss auch extrem wach sein. Da verträgt es keine Routine oder Gelangweiltheit.

Sie performen häufig auch für Kinder. Kann das auf die Dauer genügen?

Kinder sind sehr ehrlich und transparent. Kinder sind noch nicht voll von Erfahrungen. Sie entscheiden sehr instinktiv und direkt, sind Teil der Show und nicht nur für sich. Diese Kommunikation ist etwas sehr Befriedigendes. Sie gibt mir total viel und füllt mich innerlich auf. Konzerte mit Kindern machen dich einfach reicher, spiegeln deine Arbeit direkt.

Und es ist wohl auch ein Weg, um Kinder für die klassische Musik zu begeistern.

Ich denke, es hilft. Wir spielen mit und über die Musik, zeigen auch verschiedene Techniken auf, musizieren zum Beispiel mal mit oder auch mal ohne Bogen. Wir tanzen und schauspielern. Das macht den Weg einfacher, gibt den Kindern eine Möglichkeit, wie sie die Musik mit allen Sinnen erfahren können. Das Gleiche gilt übrigens auch für Erwachsene. Das Publikum langweilt sich oft bei modernen Stücken, weil es die Musik nicht versteht. Im Rahmen eines Schauspiels wird dies sofort einfacher. Hier werden auch schwierige Töne zugänglicher. So erklingen, neben alter Musik, bei uns auch Töne des deutschen Komponisten Mathias Spahlinger.

In Ihren Stücken benutzen Sie auch viel Technik.

Über Loops werden unsere gespielten Stimmen aufgenommen. Darüber singen, rhythmisieren und tanzen wir die Geschichte. Gegen den Schluss hin übernimmt dann immer mehr der Computer den Lead. Die Musik wird elektronisch dicht und dominant, entwickelt Eigenleben und Wille.

Geht dadurch nicht ein Stück Unmittelbarkeit verloren, die man von Kinderstücken erwartet?

Auch in unserem richtigen Leben sind es inzwischen immer mehr die Maschinen, die den Takt angeben. All diese Computer und Vernetzungen haben auch etwas Aggressives und Dominantes. So wird der Computer bei uns am Schluss quasi zum dritten, tonangebenden Musiker. Dies ist natürlich eher ein Element für die erwachsenen Hörer. Für sie ist das Stück wohl ebenso interessant.

Sitzkissenkonzert «Pizz’n’Zip», Sonntag 1. September, 13.00/ 15.30 Uhr, KKL, Luzerner Saal.

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