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KINO: Ehrgeiziges Langfilm-Projekt an den Zuger Filmtagen

Ambitionierte Jungfilmer präsentierten an den Zuger Filmtagen ihren gelungenen Erstling.
Andreas Faesslerandreas.faessler@zugerzeitung.ch
Alex (Marco Michel) verbringt die Nacht unvorhergesehen in der Stadt. Er trifft auf bunte Figuren und Nachtschattengewächse. (Bild: PD)

Alex (Marco Michel) verbringt die Nacht unvorhergesehen in der Stadt. Er trifft auf bunte Figuren und Nachtschattengewächse. (Bild: PD)

Einer der Film-Höhepunkte an den Zuger Filmtagen vergangenes Wochenende war die Premiere von «Durch die Nacht». Es ist der erste Langfilm von Antagonist Pictures. Im Film setzt der junge Regisseur Andreas Elsener die Geschichte des Studenten Alex um, dessen Leben derzeit nicht ganz rund läuft. Aufgrund einer Verkettung von Unpässlichkeiten muss Alex die Nacht in der Stadt Zürich verbringen. Dabei trifft er auf sonderliche Gestalten, macht verheissungsvolle Bekanntschaften und findet schliesslich – so scheint es – zu sich selbst.

Der 24-jährige Filmemacher und Archäologiestudent Andreas Elsener ist in Zürich aufgewachsen, hat jedoch auch Zuger Wurzeln – Menzingen ist sein Heimatort. Gemeinsam mit seinem fünfköpfigen Team plante Elsener «Durch die Nacht» als Independent Film, der eine mehr oder weniger alltägliche Story erzählt, in der die Stadt Zürich zu einem gewissen Grad eine Hauptrolle übernimmt. Die ganze Produktion sollte auf hohem Niveau umgesetzt werden – das war ein wichtiger Anspruch, welche die jungen Macher an sich selbst hatten. Und dies ist Antagonist Pictures sehr gut gelungen; hinter dem Film stecken zwei Jahre aufwendige Schnitt- und Post-Production-Arbeit. Andreas Elsener ist zufrieden mit dem Resultat. «Ich habe meine Ziele erreicht», sagt er.

Sowohl in der Kameraführung als auch soundtechnisch überzeugt der Lowbudget-Streifen, in der sich die Szenen zuweilen mit Turbulenz jagen, sich jedoch nie überschlagen. Gekonnt werden Stimmungsbilder gezeichnet, welche die Nacht im Zürcher Milieu authentisch wiedergeben. Und die von den jungen Darstellern überzeugend gespielten Charaktere sind so gewählt, dass der Zuschauer sich entweder irgendwo wiedererkennt – «oder aber die Figuren sollen einem wenigstens vertraut vorkommen», führt Elsener aus. «Der Betrachter kann Aspekte von ihnen in sich wiederfinden, ohne sich komplett mit ihnen identifizieren zu müssen.» Die Verlorenheit des Hauptprotagonisten sei beispielsweise etwas, das viele selbst schon erlebt haben, so Elsener.

Professionelle Arbeit ohne professionellen Hintergrund

Bemerkenswert an diesem Spielfilmprojekt ist die Tatsache, dass die junge Filmcrew inklusive Regisseur keinen professionellen Hintergrund hat, sprich sich nicht an einer Filmschule ausbilden liess. Umso eindrucksvoller wirkt das Resultat. Für die ambitionierten Nachwuchs-Filmemacher ist es folglich auch eine glückliche Fügung, dass sie die Möglichkeit erhalten haben, an einem jungen, frischen Festival wie den Zuger Filmtagen die Uraufführung zu feiern. «Und die Zuger Filmtage, deren Organisation wir als cool und herzlich erfahren haben, erhalten im Gegenzug eine Weltpremiere», fügt Elsener an.

Und wie geht es mit «Durch die Nacht» weiter? «Einen Verleiher für ein solches Projekt zu finden, ist in der Schweiz leider nicht ganz einfach», weiss Andreas Elsener. Auch wenn dies nicht gelinge, werde es dennoch zu vereinzelten Aufführungen des Film in Deutschschweizer Kinos kommen.

Andreas Faessler
andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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