Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KINO: Ein Herz für ein schwaches Herz

Marc Rothemund hat die wahre Geschichte über einen herzkranken Teenager anrührend verfilmt, mit Elyas M’Barek in einer der Hauptrollen.
Rolf Breiner
Zwei finden zueinander: Philip Noah Schwarz als David und Elyas M’Barek als Lenny. (Bild: Pathé Films AG)

Zwei finden zueinander: Philip Noah Schwarz als David und Elyas M’Barek als Lenny. (Bild: Pathé Films AG)

Die Fälle häufen sich zurzeit wieder im Kino, in denen es heisst: nach einer wahren Begebenheit oder Geschichte. Die Filme über Winston Churchill oder Dünkirchen, historische Stoffe, sind dafür Beispiele. Aber auch private Stoffe werden gern mit dem Attribut «wahre Geschichte» geadelt. Dazu gehört sicher der Kinohit «Ziemlich beste Freunde». Die Geschichte vom zur Bewegungslosigkeit verdammten Philippe und seinem schwarzen Pfleger macht auch als Theaterstück Karriere.

Thematisch eng an diese Konstellation lehnt sich die Geschichte «Das bescheuerte Herz» – sowohl was die wahren Vorgänge als auch die ungewollte und völlig gegensätzliche Partnerschaft angeht. Hier treffen zwei Welten und zwei Existenzen aufeinander: Der 15-jährige David, gespielt von Philip Noah Schwarz, ist von Geburt an herzkrank und hat mit seinem Leben halbwegs abgeschlossen. Er hofft, aber glaubt nicht recht daran, das 16. Lebensjahr zu erreichen. Medizinisch ist er allerdings in besten Händen. Dr. Reinhard (Uwe Preuss) betreut ihn seit Jahren. Der Herzkranke ist dem Herzspezialisten ans Herz gewachsen. Reinhard kommt auf eine gar nicht so verwegene Idee: Sein Sohn Lenny (Elyas M’Barek), um die 30, aber kein bisschen weise, ist ein Luftikus, Partyhengst und Lebensverschwender. Er liegt seinem Vater auf der Tasche und findet es cool, wenn er seinen Sportwagen nach nächtlichen Eskapaden in Papas Swimmingpool versenkt.

Doch dann wird ihm vom Vater der Geldhahn zugedreht. Lenny muss antraben und wird mit Forderungen konfrontiert, die ihm gegen den Strich gehen. Er soll sich mit David abgeben, dessen Leben (nochmals) lebenswert machen, ihm Beistand und Kumpel sein. Lenny murrt – und beugt sich.

Es kommt, wie es nicht kommen muss, aber kann. Lenny entdeckt sein Herz für den Teenager und bemüht sich, eine Liste von 25 Wünschen zu erfüllen. Dabei geht es um schicke Kleider, eine rasante Autofahrt, nackte Frauen, die Bekanntschaft eines Mädchens, aber auch um das Lachen und das Glück seiner Mutter Betty (Nadine Wrietz). Das wird dem locker-lässigen Lenny dann doch zu viel, er will den «Job» hinschmeissen, unterschätzt aber seinen Erzieher und seine eigenen Gefühle.

Zwei überzeugende Hauptdarsteller

Das alles scheint märchenhaft geschönt, hat aber Sinn, Herz und Verstand. Gern nimmt man dabei die etwas übermotivierte Aktion gegen den boshaften Hausmeister Günther (Jürgen Tonkel), den Besuch eines Münchner Striplokals oder eines Tonstudios in Kauf. Das passt, denn hier begegnet er Traummädchen Sarah (Tesha Moon Krieg) aus Berlin. Es wäre doch zu schön… Mehr sei nicht verraten. Auch nicht über Nothelfer Lenny, von M’Barek («Fack ju Göhte») sehr diszipliniert und glaubwürdig gespielt, der sein Herz auch für eine Ärztin (Lisa Bitter) entdeckt, und über Opfer/Held David, überzeugend verkörpert vom heute 16-jährigen Philip Noah Schwarz – sein Kinodebüt. Marc Rothemund («Mein Blind Date mit dem Leben», auch nach wahren Gegebenheiten) hat mit «Das bescheuerte Herz» diese Geschichte lebensfroh auf die Leinwand gebracht – nicht ohne tragischen Touch. Der Film stimmt aber – von den Darstellern bis zur Musik mit Songs wie «If You Leave Me Now» oder «Hallelujah».

Rolf Breiner

Jetzt in den Kinos. Nach dem Buch: Daniel Meyer mit Lars Amend: Dieses bescheuerte Herz. Über den Mut zu träumen. Krüger-Verlag. Daniel Meyer heisst der herzkranke Teenager im wirklichen Leben, Lars Amend sein Freund.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.