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KINO: «festival sursee» – Reisen an den Rand und wieder zurück

In der siebten Ausgabe von «festival sursee» spielt nicht nur die Filmkunst eine grosse Rolle. Das Künstlerduo Dias & Riedweg hat dafür eigens eine Ausstellung konzipiert.
Szene aus dem Dokfilm «Ken Bugul» über die senegalesische Schriftstellerin. (Bild: PD)

Szene aus dem Dokfilm «Ken Bugul» über die senegalesische Schriftstellerin. (Bild: PD)

Dem «Brücken bauen, Grenzen sprengen» hat sich das «festival sursee» verschrieben. Ein Film- und Kulturfestival, das auf gegenseitiges Kennenlernen setzt. Und das Wissen darum, dass die Begegnung mit anderen Kulturen Ängste abbaut und für beide Seiten eine Bereicherung darstellt.

Zusammen allein ist man im Kinosaal, wo jeder den gleichen Film und doch jeder etwas anderes sieht. Im Festivalgästen kann man eigene Gedanken und Fragen einbringen: Die senegalesische Schriftstellerin Ken Bugul besucht das Festival am Sonntag, wenn die Dokumentation über ihr Leben, «Ken Bugul – Personne n’en veut», auf dem Programm steht, und die junge afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat präsentiert ihren Film «Wolf And Sheep» als Schweizer Vorpremiere (Freitag, 4. November, 20.30 Uhr; ab 24. 11. im Stattkino Luzern). Im Anschluss an «Captaine Thomas Sankara» (Donnerstag, 3. November, 18 Uhr) findet ein Filmgespräch mit dem Afrika-Kenner und ehemaligen Radiokorrespondenten Ruedi Küng statt. Der Dokumentarfilm porträtiert den einstigen Präsidenten Burkina Fasos und afrikanischen Revolutionär, der wie ein Popstar verehrt wurde, auf unterhaltsame Art und Weise.

Verbotene Liebe und ein Völkermord

Eine Entdeckung sind auch Filme, die den Weg nicht in hiesige Kinos gefunden hatten, wie die kroatisch-serbisch-slowenische Koproduktion «Zvizdan – Mittagssonne», der von verbotener Liebe in einem von ethnischen Spannungen beherrschten Klima erzählt. Oder «La Isla – Archive eine Tragödie» (Samstag, 5. November, 14 Uhr), wo Uli Stelzner anhand von Originaldokumenten den Völkermord der guatemaltekischen Policia Nacional Ende des 20. Jahrhunderts nachzeichnet und der Generation der Enkel die Aufarbeitung ihrer traumatischen Geschichte ermöglicht.­

Gleichzeitig gastiert im Kunstforum Arthouse Sursee das Künstlerduo Dias & Riedweg. Heute eines der wichtigsten Künstlerduos weltweit, haben beide ihre künstlerischen Anfänge in Sursee. Mauricio Dias und Walter Riedweg haben auf die Einladung ans «festival sursee» mit einem eigens hierfür konzipierten Ausstellungsprojekt reagiert. «Weg – Zurück – Da» findet in drei Räumen des Kunstforums Arthouse Sursee statt.

Damit knüpft das brasilianisch-schweizerische Künstlerpaar an Surseer Projekte an: «Opera Rausch» im Stadttheater (1984), die Eigenproduktion «Wanderzeit» im Kleintheater Somehuus, bei der Walter Riedweg Regie führte (1993), und an Mauricio Dias’ Einzelausstellung im Rathaus (damals Haus für Kunst), ebenfalls 1993. Sie zeigen zwei neue Videoinstallationen. Die eine, «Nichts Gar Nichts», entstand in Zusammenarbeit mit Psychiatriepatienten in Rio de Janeiro, die Texte von Robert Walser in eine eigene Form überführt und selber rezitiert haben. In der Performance «Nichts Fast Nichts» stützen sich Dias & Riedweg bei ihrem Spiel mit Gegen-, Über- und Unterwelten wiederum auf Walser-Texte und vertauschen auch gleich die Rollen.

In diesem Rahmen wird der Film von Ruedi Leuthold und Beat Bieri «Reise an die Ränder des Lebens – Die Kunst von Dias & Riedweg» aus dem Jahr 2014 gezeigt. Davon leitet sich auch das Festivalmotto ab: «Reisen an die Ränder der Welt».

Regina Grüter
regina.grueter@luzernerzeitung.ch

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