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KINO: Hochglanz-Erotik zwischen Zumutung und Komik

Romantische Hochzeit, Ausflüge mit Privatjet und Flitterwochen am Meer: Der dritte Teil der Erotik-Reihe «Fifty Shades of Grey» knüpft nahtlos an seine Vorgänger an. Amüsieren kann er eher unfreiwillig.
Sind auch als Ehepaar scharf aufeinander: Christian Grey (Jamie Dornan) und Anastasia (Dakota Johnson). (Bild: Universal)

Sind auch als Ehepaar scharf aufeinander: Christian Grey (Jamie Dornan) und Anastasia (Dakota Johnson). (Bild: Universal)

Im dritten Teil der Sadomaso-Romanze von «Fifty Shades Of Grey» erfahren wir, wie die Lovestory zwischen dem Multimillionär Christian Grey (Jamie Dornan) und der Studentin Anastasia (Dakota Johnson) weitergeht.

Obwohl Kritiker kaum ein gutes Wort für die beiden Vorgängerfilme fanden – fünf «Goldene Himbeeren» etwa heimste der erste Teil ein –, liessen die Filme die Kassen der Kinobetreiber auch in der Schweiz klingeln. Teil 1 lockte 400000 Kinogänger an, Teil 2 noch deren 260000.

Fesselspielchen wie gehabt

«Ich gebe dir meine Hand und mein Herz bis ans Ende unserer Tage», verspricht Christian bei der Traumhochzeit. Im figurbetonten Brautkleid schwört auch Anastasia ewige Liebe. Danach geht es – verfolgt von Paparazzi – mit dem Privatjet in die Flitter­wochen nach Paris und an die Côte d’Azur. Auf einer Sonnenliege kommt Mr. Grey seinen Glacé-Pflichten nach, inklusive neckischem Klaps auf den Po. Danach geht es per Jetski zu Sexspielchen auf eine Jacht, Anastasia wird ans Bett gefesselt, weil sie sich ihrem Gebieter «widersetzt» hat.

Regisseur James Foley («House of Cards») setzt auf das bewährte Rezept der Vorgängerfilme: Romantisch stilisierte Bilder wechseln sich ab mit erotischen Liebesspielchen mit einem Hauch SM. Dabei ist Dakota Johnson oft in Nahaufnahme zu sehen, wie sie sich an- und auszieht oder auf ihre Unterlippe beisst. Von Jamie Dornan bekommen die Zuschauer immerhin den nackten Oberkörper und sein knackiges Hinterteil zu sehen.

Um etwas Spannung in die Geschichte zu bringen, taucht Anas Ex-Chef Jack Hyde auf, der auf Rache sinnt. Zuerst versucht er Ana, und als das nicht klappt, Christians Schwester Mia (Rita Ora) zu entführen. Doch die eigentliche Bedrohung für das Glamour-Paar lauert woanders.

Das obligate Eisschlecken von nacktem Oberkörper

Denn Anastasia ist schwanger, und damit kommt der Egoist Christian gar nicht klar: «Ich bin nicht bereit, dich mit irgendjemanden zu teilen», schnauft er wütend. Doch das Märchen von Aschenputtel im Hochglanzformat wäre kein Märchen, wenn es nicht auch dafür eine einfache Lösung gebe: «Du hast Angst, ein lausiger Vater zu sein. Aber das bist du nicht!», meint Ana.

Für aufgeklärte Frauen (und Männer) ist der Film eine Zumutung – kein Klischee wird ausgelassen. Auch das obligate Eisschlecken vom nackten Oberkörper («91/2 Wochen» lässt grüssen) muss sein. Fans der Serie werden trotzdem wieder in Scharen in die Kinos stürmen. Aber vielleicht will man/frau sich auch nur über all die Klischees amüsieren. Das ist hier bestens möglich.

Carola Grosse-Wilde (DPA)

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Ab morgen in den Kinos Capitol und Moderne (Luzern), Cinema Leuzinger (Altdorf), Lux (Baar) Cinéboxx (Einsiedeln) Maxx (Emmen), Engelberg, Seefeld (Sarnen), Cinema 8 (Schöftland), Mythen-­Forum (Schwyz), Cinepol (Sins), Afm Cinema (Stans), Seehof (Zug).

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