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KINO: Irene Staub war eine Zürcher Szene-Ikone

Irene Staub (1952–1989) alias Lady Shiva war eine bekannte Liebesdienerin, die Kontakte in illustre Kreise hatte. Ein Film unternimmt den Versuch, auch hinter die Fassaden zu blicken.
Irene Staub alias Lady Shiva verdrehte gutbürgerlichen Männern den Kopf. (Bild: Cineworx)

Irene Staub alias Lady Shiva verdrehte gutbürgerlichen Männern den Kopf. (Bild: Cineworx)

Man sieht die Bilder von ihr nicht das erste Mal, man kennt sie schon aus der Presse und aus dem tollen Buch «Lady Shiva» von Willi Wottreng. Doch sie faszinieren noch immer, denn Irene Staub (1952–1989) alias Lady Shiva war ein Blickfang, wie sie da lasziv in der Stoffelgasse im Zürcher Niederdorf stand und gutbürgerlichen Männern, die sie für Liebesdienste bezahlten, den Kopf verdrehte.

Doch wer versteckte sich hinter dieser Fassade aus Erotik, Glamour, Eleganz und Verruchtheit? Die Regisseurin Gabriel Baur («Venus Boyz») versucht es in ihrem Hommage-Dokumentarfilm «Glow» zu ergründen. Sie huldigt zuerst der Ikone, mit vielen Bildern, stillen und bewegten, die manches antippen, was man gerne genauer wüsste. Zum Beispiel: Wann war Lady Shiva am Filmfestival in Cannes? In welchem Zusammenhang hat sie Wolf Wondratschek, Daniel Schmid und This Brunner kennen gelernt?

Fellini gab ihr nur noch zwei Jahre

Dass die zentrale Figur im impressionistischen Bilderrausch nicht untergeht, ist vor allem der Modeschöpferin Ursula Rodel zu verdanken, die ihre Freundin in ihren Erzählungen aufleben lässt: Sie schildert, wie Irene bei einem Nachtessen in Paris das Eis zwischen ihr und Catherine Deneuve brach, wie sie Federico Fellini beeindruckte, der trotzdem nicht mit ihr arbeiten wollte, weil er sagte, sie werde nur noch etwa zwei Jahre leben.

Andere Weggefährten wie der Theatermacher Federico Emanuel Pfaffen oder Musiker Boris Blank sprechen mehr über sich selber als über sie.

Rodel bringt auch die dunklen Seiten von Irene Staub, die bei einem Töffunfall in Thailand unter nie geklärten Umständen (Wurde sie ermordet?) ums Leben kam, zur Sprache: ihre Drogensucht, die erfolgreichen Entzüge im Ausland und die Rückfälle in Zürich.

Und gegen Ende des Films, wenn die Vita der Verstorbenen immer mehr zur Tragödie neigt, wird «Glow» am intensivsten. Und doch bleibt die Erkenntnis, dass diese Frau wohl nicht fassbar ist. Und genau dieses Mysterium macht ihre Faszination aus.

Christian Jungen

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Der Film startet am Donnerstag im Stattkino, Luzern, Premiere ist ab 19 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin und Willi Wottrengs.

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