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KINO: James Franco spielt einen richtig miesen Regisseur

Der Amerikaner James Franco hat extreme Charaktere gespielt – von James Dean bis zum halbtoten Kletterer in «127 Hours». Den schrägsten Auftritt hat er nun in «The Disaster Artist» als herrlich schlechter Filmemacher.
James Franco (39) in der Rolle des chaotischen und total unfähigen Regisseurs Wiseau. (Bild: PD)

James Franco (39) in der Rolle des chaotischen und total unfähigen Regisseurs Wiseau. (Bild: PD)

Den Film «The Room» kann man sich getrost sparen. Die Dreiecksgeschichte von Filmemacher Tommy Wiseau ging wegen schlimmer Drehbuchfehler, unsäglicher Dialoge und dilettantischer Schauspielerei als einer der schlechtesten Filme in die Kinogeschichte ein. Gerade mal zwei Wochen wurde das Werk beim Filmstart 2003 in zwei Kinos in Los Angeles gezeigt – und spielte weniger als 2000 Dollar ein. Dabei hatte der exzentrische Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller Wiseau aus eigener Tasche mehr als 6 Millionen Dollar in das Leinwandfiasko gesteckt.

Doch am Ende ist der Film für etwas gut – als Vorlage für die brillante Tragikomödie «The Disaster Artist». Hollywoods Multi­talent James Franco schildert darin die Entstehung des Films, als Produzent, Regisseur und – mit langer, schwarz gefärbter Mähne – auch in der Hauptrolle als Tommy Wiseau. Mit näselnder Stimme, einem undefinierbaren Akzent und grosser Gestik verwandelt er sich in den schrägen Filmemacher, der auf künstlerischer Linie völlig versagte: in einen «Disaster Artist» eben.

Echter Wiseau wollte Globe-Dankesrede halten

Doch Franco haut seinen Doppelgänger nicht in die Pfanne. Vielmehr ist es eine Hommage an Menschen, die grosse Träume haben und daran verbissen festhalten. Das ist mal zum Lachen, mal zum Heulen. Die Gratwanderung gelingt Franco so gut, dass er bei der Golden-Globe-Gala zum besten Komödiendarsteller gekürt wurde. Der echte Tommy Wiseau lief mit auf die Bühne, wurde dort aber von Franco gebremst, als er selber zum Mikrofon greifen wollte. Er gibt immer noch Rätsel auf: Wo kommt der Mann mit dem seltsamen Akzent her? Wie beschaffte er sich das Geld für «The Room»? Hält er sich tatsächlich für einen begnadeten Künstler?

Gebrüder Franco als Chaos-Duo

«The Disaster Artist» beginnt 1998 in einem Schauspielworkshop in San Francisco. Dort will Wiseau die Lehrerin (Melanie Griffith) mit dramatischen Gefühlsausbrüchen überzeugen. Nur der schüchterne Schönling Greg Sestero ist von dem grossspurigen Mitschüler beeindruckt. Zusammen machen sie sich auf den Weg nach Los Angeles, der Beginn einer fragilen Freundschaft. James Francos jüngerer Bruder Dave spielt Sestero, der in Hollywood nicht zum Zug kommt. Auch Wiseau blitzt überall ab und wählt den Alleingang mit «The Room». Doch schon nach wenigen Drehtagen ist klar, dass dies im Chaos enden muss. Wiseau bringt jeden zur Verzweiflung. Er vergisst die einfachsten Sätze, streckt bei Liebesszenen den nackten Po in die Kamera, staucht die Crew zusammen und lässt jede Kritik abblitzen.

«The Disaster Artist», der in Nebenrollen mit Stars wie Seth Rogen, Zac Efron, Bryan Cranston oder Sharon Stone, Josh Hutcherson und Jacki Weaver glänzt, wurde nicht nur selber zum Erfolg. Sondern verhalf auch «The Room» zu nachträglichem Kultstatus. (dpa)

Hinweis

«The Disaster Artist» läuft ab heute in den Kinos Bourbaki (Luzern) und Maxx (Emmenbrücke).

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