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KINO: Jirí Menzel – Meister des feinen Humors

«To Make A Comedy Is No Fun – Jirí Menzel» porträtiert den Oscar-gekrönten tschechischen Regisseur Jirí Menzel (78). Am Wochenende ist Menzel in Luzern zu Gast.
Ein Bahnhofswärter mit amourösen Gefühlen. Jirí Menzels Film in Schwarz-Weiss wurde zu einem Welterfolg. (Bild: PD)

Ein Bahnhofswärter mit amourösen Gefühlen. Jirí Menzels Film in Schwarz-Weiss wurde zu einem Welterfolg. (Bild: PD)

«Ich bin sehr glücklich, dass die Amerikaner tschechische Filme lieben, danke.» Die Ironie in Jirí Menzels Stimme ist unüberhörbar, als der damals dreissigjährige Tscheche 1968 in Los Angeles für seinen Film «Scharf beobachtete Züge» den Oscar für den besten ausländischen Film entgegennehmen kann. Sein in Schwarz-Weiss gedrehtes Werk über die amourösen Verstrickungen eines Bahnhofswärters, der seine Ausbildung auf einem kleinen tschechischen Provinzbahnhof in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs absolviert, ist wohl einer der bezauberndsten und poetischsten Filme über eine Liebe in Zeiten des Krieges.

Neuer Film wegen Welterfolg

Es ist ein Film, der auch den tragischsten Situationen ihre komische Seite abringen kann. Der Welterfolg des Films brachte es mit sich, dass Jirí Menzel dazu gedrängt wurde, sofort einen weiteren Film zu drehen: «Ein launischer Sommer».

In Menzels eigenen Worten: «Ein Film über drei Herren zwischen 40 und 50, die sich nach einer Zirkus-Tänzerin verzehren.» Menzel spielt in dem Film selber eine Rolle, er ist ein Artist des Wanderzirkus – und Partner der Tänzerin. Er nimmt sie am Ende mit, die drei Herren können ihnen nur nachschauen. «Das Leben geht weiter», bemerkt Jirí Menzel 47 Jahre später dazu in «To Make A Comedy Is No Fun – Jirí Menzel», dem ersten langen Dokumentarfilm des Basler Regisseurs Robert Kolin­sky.

Sein Titel zitiert einen Satz von Ken Loach, einem von zahlreichen Interviewpartnern im Film. Jirí Menzel erzählt dann, wie damals, ab Mitte der 1960er- Jahre, mit dem Entstehen des Prager Frühlings Filme möglich wurden, die man niemals zuvor für möglich gehalten hätte.

«Lerchen am Faden», erneut auf einer Vorlage von Bohumil Hrabal basierend, ist solch ein Film. Mit ätzendem Spott und doch voller Poesie handelt er von einer Gruppe von Menschen in einem «Umerziehungslager» zu Beginn der kommunistischen Herrschaft im Jahr 1949. Dass man dieses Thema aufgreifen durfte, war im Prager Frühling noch möglich gewesen, doch nach der Invasion der Sowjets wurde der gerade abgedrehte Film sofort verboten. Er konnte erst über 20 Jahre später uraufgeführt werden. «Man glaubte mir nicht, dass der Film 20 Jahre alt war – zum Glück hatte ich als Beweis den Hauptdarsteller dabei.» Jirí Menzel kann jeder Situation Komik abgewinnen.

Geri Krebs
kultur@luzernerzeitung.ch

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