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Kino: Mutige Rebellion der stummen Hausfrau

Eine wunderbare Tragikomödie mit leiser Ironie und trockenem Humor: Der schwedische Spielfilm «Britt-Marie war hier» feiert den Ausbruch einer schüchternen 63-Jährigen.
dpa
Endlich wird sie wahrgenommen: Hausfrau Britt-Marie (Pernilla August, links) startet in ein neues Leben. (Bild: Elite)

Endlich wird sie wahrgenommen: Hausfrau Britt-Marie (Pernilla August, links) startet in ein neues Leben. (Bild: Elite)

Jahrzehntelang derselbe Trott: Um 6 Uhr aufstehen, dann putzen, einkaufen, kochen, und schon ist der Tag wieder vorbei. Darauf hat Britt-Marie eines Tages keine Lust mehr. Als sie eine erschütternde Entdeckung macht, verlässt sie ihren Mann und startet ein neues Leben – als Betreuerin in einem Jugendzentrum.

Dort muss sie auch die Fussballmannschaft trainieren, die Kinder träumen vom wichtigen Turnier, dabei hat die 63-Jährige davon keine Ahnung. Deshalb aufgeben? Auf keinen Fall.

«Britt-Marie war hier» der schwedischen Regisseurin Tuva Novotny ist eine wunderbare Tragikomödie mit leiser Ironie und trockenem Humor nach dem gleichnamigen Roman von Fredrik Backman («Ein Mann namens Ove»). Es geht um den Mut, sich in ein neues Leben zu stürzen und alte Gewohnheiten loszu­lassen.

Sie lässt alte Gewohnheiten hinter sich und blüht auf

Pernilla August («Swoon») spielt diese Britt-Marie grossartig und verleiht ihr mit feiner Mimik eine unaufdringliche Beharrlichkeit. Eine Hausfrau, die in ihrer Routine und der lieblos gewordenen Ehe mit Kent (Peter Haber) erstarrt ist. Als sie ihre alten ­Gewohnheiten hinter sich lässt, blüht sie auf und ertappt sich sogar bei einem Lächeln. Der Polizist Sven ist fasziniert. Die anderen im Dorf schätzen die neue Jugendleiterin ebenfalls, doch es gibt auch Zweifel.

Das Liebenswerte an dem Film ist, dass er keine Triumphe feiert. Die Siege, um die es hier geht, sind klein. Aber eben doch Siege, weil sich jemand überwindet, etwas zu tun. Weil ein anderer endlich mal offen seine Meinung sagt. Oder weil Britt-Marie zu ihrer grossen Verwunderung erkennt: Hier werde ich tatsächlich wahrgenommen.

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