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KINO: Traumkarriere unter schweren Bedingungen

Es ist eine wahre Story: Der palästinensische Regisseur Hany Abu-Assad («Paradise Now») erzählt in «The Idol» von einem, der aus Gaza auszog, um Superstar zu werden.
Geri Krebs
Noch kann Muhammad Assaf nur vom grossen Erfolg träumen. Doch dann geschieht eine Art Wunder. (Bild: Praesens Film, PD)

Noch kann Muhammad Assaf nur vom grossen Erfolg träumen. Doch dann geschieht eine Art Wunder. (Bild: Praesens Film, PD)

Bei uns heisst das Ding «MusicStar» oder «The Voice Of Switzerland», in unserem nördlichen Nachbarland beispielsweise «Deutschland sucht den Superstar». Und in der arabischen Welt gibt es «Arab Idol». Seit 2011 begeistert diese Castingshow Millionen zwischen dem Irak und Marokko, Ägypten und Mauretanien, lässt die Menschen von einem besseren Leben träumen, frei von Bevormundung durch religiöse Fanatiker oder weltliche Despoten.

Riesiges TV-Ereignis

Als 2013 der 22-jährige Palästinenser Muhammad Assaf in Beirut zum «Arab Idol» jenes Jahres erkoren wurde, war dies eines der grössten TV-Ereignisse in der Geschichte einer Region, die sonst vor allem durch Krieg, Armut oder Terrorismus in die Schlagzeilen gelangt.

Der palästinensische Regisseur Hany Abu-Assad, bei uns bekannt durch die Filmdramen «Paradise Now» (2005) und «Omar» (2013), hat sich in seinem neuesten Spielfilm ein Stück weit vom Nahostkonflikt entfernt. Hatte der ewige Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern bei diesen beiden grossartigen Spielfilmen – der eine erzählte von zwei Selbstmordattentätern, der andere von einem zwischen Israel und Palästina zerrissenen Leben – noch im Zentrum gestanden, so ist er in «The Idol» nur unterschwellig präsent.

In der linear erzählten Geschichte um Muhammad Assaf, der als Kind in Gaza zusammen mit einer Freundin und zwei Freunden ein Quartett gründete, das einige Mal bei Hochzeiten aufspielen konnte – und der dann als Jugendlicher nach Ägypten flüchtete, um sich in Kairo in die Warteschlange potenzieller Teilnehmer an der Castingshow einzureihen –, steht die Musik im Zentrum.

Gedreht wurde «The Idol» vor allem in Jenin, im Gebiet der palästinensischen Autonomiebehörde, dann aber gibt es auch Sequenzen aus den Glitzermetropolen Kairo und Beirut – und einige spektakuläre Szenen aus dem zerbombten Gaza. Es war das erste Mal überhaupt, dass eine internationale Filmcrew für einen Spielfilm in dem völlig isolierten Gebiet drehen konnte.

Macht der Kunst

Die Szenen vermögen eine Ahnung davon zu vermitteln, was es heisst, abgeriegelt (von Israel und Ägypten) und drangsaliert (von der Hamas) leben zu müssen. Natürlich missbilligt die in Gaza allein herrschende Hamas «unislamische» Veranstaltungen wie «Arab Idol». Doch auch wenn Hamas-Aktivisten auf Facebook eine Kampagne gegen die Assaf-Euphorie starteten, so hielt sich die Führung bislang bemerkenswerterweise heraus. Und die Tatsache, dass die Crew von «The Idol» überhaupt in Gaza drehen konnte, ist Spiegelbild eines Filmes, der in seinem Kern von der Macht der Kunst handelt, von ihrer Fähigkeit, Barrieren niederzureissen. Das gelingt mit einer zwar etwas vorhersehbaren, gleichwohl aber mitreissenden Handlung. •••••

Geri Krebs

Hinweis

«The Idol» läuft im Kino Bourbaki (Luzern).

Die Trailer zu allen Filmen finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/kino

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